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Jean-Christophe Babin ist neuer Bulgari-Chef

 

TAG-Heuer braucht einen neuen Chef: Der bisherige CEO Jean-Christophe Babin wechselt nach Rom zur Bulgari-Gruppe, die ebenfalls zum französischen Luxusgüterkonzern LVMH gehört.

Von Markus Köchli
am 13.02.2013

TAG-Heuer, die sportliche Uhrenmarke aus dem französischen Luxusgüterkonzern Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) mit Sitz in La Chaux-de-Fonds, muss einen neuen Chef suchen: Ihr bisheriger Chief Executive Officer Jean-Christophe Babin wechselt gruppenintern zur wesentlich umsatzstärkeren Bulgari-Gruppe nach Rom.

Babin ersetzt beim weltweit drittgrössten Schmuck- und Uhrenlabel (3800 Beschäftigte, 298 Boutiquen) Michael Burke, der im Dezember des vergangenen Jahres zum Leiter von Louis Vuitton bestimmt worden war. Burke übernahm beim Luxuslabel in Paris die Position des gesundheitlich angeschlagenen Jordi Constans.

Babin, italienisch und französischer Doppelbürger, seit mehr als zehn Jahren aber in der Schweiz wohnhaft, trat im Jahr 2000 in die LVMH-Gruppe ein und wurde mit der Führung von TAG Heuer betraut. Der Umsatz der Sportuhrenmarke wird auf annähernd 1 Milliarde Franken geschätzt. Beschäftigt werden rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Babin wurde in den letzten Tagen gemäss französischen Medien als heisser Kandidat für die Übernahme des CEO-Postens von Bulgari gehandelt, hatte doch LVMH-Konzernchef Bernard Arnault auf der Bilanzmedienkonferenz des Luxuskonzerns am 31. Januar in Paris ausgeführt, die Nachfolge von Burke bei Bulgari werde «jemand aus dem Haus antreten, der über Erfahrung verfüge und bestens mit LVMH vertraut sei».

Von besonderem Interesse ist innerhalb der schweizerischen Uhrenindustrie die Nachfolgeregelung bei TAG Heuer in La Chaux-de-Fonds. Eine LVMH-Sprecherin kündigte eine Information «in Kürze» an. Insidern gemäss wird als möglicher Nachfolger Zenith-Chef Jean-Frédérique Dufour gehandelt. Zenith gehört wie TAG Heuer ebenfalls zum LVMH-Konzern.

LVMH läuft hervorragend

Die grosse Nachfrage nach Designermode, Champagner und Schmuck hat dem weltgrössten Luxuskonzern erneut ein Rekordjahr beschert. Das französische Unternehmen steigerte die Erlöse 2012 um 19 Prozent auf 28,1 Milliarden Euro. Der Gewinn kletterte nach Angaben im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent auf 3,42 Milliarden Euro. Konzernchef Bernard Arnault äusserte sich in Paris zufrieden mit den Ergebnissen. Besonders angesichts der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung in Europa sei 2012 erneut ein bemerkenswertes Jahr für LVMH gewesen, kommentierte der als reichster Mann Europas geltende Franzose.

2013 sei ein weitere Ausbau der weltweiten Führungsposition geplant. Zu LVMH gehören Modelabels wie Louis Vuitton, Christian Dior oder Marc Jacobs, aber auch Champagner wie Moët & Chandon und die Uhrenmarken TAG Heuer, Zenith und Hublot. Zuletzt übernahm LVMH den Schmuck- und Uhrenhersteller Bulgari. LVMH hatte das italienische Unternehmen 2011 für 4,3 Milliarden Euro gekauft. Der Erwerb verdoppelte bei LVMH den Umsatz der Division Uhren und Schmuck; Spartenergebnisse gibt LVMH keine bekannt.

 

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