Das war ein kurzes Gastspiel: Ein Jahr nach seiner Wahl zum Präsidenten des Verbandes der 24 Kantonalbanken gibt Peter Siegenthaler sein Amt schon wieder auf. Die Belastung im Amt sei doppelt so hoch wie erwartet, sagte Siegenthaler in Schaffhausen. Er kündigte dort seinen Rücktritt an der 104. Generalversammlung des Verbands Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB) an.

"Vor einem Jahr trat ich als Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung zurück, um beruflich etwas kürzer zu treten. Aus diesem Wunsch wurde leider nichts", sagte Siegenthaler. Er bleibt bis zur Wahl eines Nachfolgers im Amt, will aber spätestens Ende 2011 das Präsidium des VSKB abgeben.

"Ich bin mir bewusst, dass der Rücktritt nach so kurzer Zeit für den Verband alles andere als leicht ist", sagte Siegenthaler. Daher sei ihm der Schritt nicht leicht gefallen.

Neue Strategie

Konfrontiert mit dem starken Franken, der Schuldenkrise in Europa und den tiefen Zinsen sowie der Neuordnung der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung wollen die 24 Kantonalbanken künftig stärker gemeinsam auftreten. Dazu beschlossen sie eine neue Strategie.

So soll unter anderem die Marke "Kantonalbanken" gestärkt werden und die Anliegen der Staatsinstitute in der Finanzpolitik mit mehr Nachdruck formuliert. Eine stärkere Zusammenarbeit der Kantonalbanken soll sie auch gegenüber den Regulatoren besser in Position bringen.

Wirtschaftlich haben im vergangenen Jahr vor allem die tiefen Zinsen die Kantonalbanken belastet. Die Banken leben als wichtige Kreditgeber stark vom Zinsgeschäft. Die Kosten, sich gegen Zinsveränderungen abzusichern, sind hoch. Dennoch erzielten die 24 Banken 2010 zusammen einen Gewinn von 2,6 Milliarden Franken, rund ein Prozent weniger als im Vorjahr.

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(cms/tno/sda)