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Konrad Hummler: Weg aus dem NZZ-Verwaltungsrat

Konrad Hummler: Abgang bei der NZZ-Gruppe. (Bild: Keystone)

Banker Konrad Hummler tritt aus der NZZ-Mediengruppe ganz zurück. Er sieht im Gremium nicht mehr genügend «Wirkungsmöglichkeiten». Derweil vermeldet die Mediengruppe einen Gewinnrückgang.

Veröffentlicht am 07.03.2013

Konrad Hummler tritt aus dem Verwaltungsrat der NZZ-Mediengruppe zurück. Er sehe nach der Sistierung seiner Position als Verwaltungsratspräsident nicht genügend Wirkungsmöglichkeiten, teilte der ehemalige Teilhaber der gescheiterten Bank Wegelin mit.

Zudem wolle er für die Verfolgung seiner Zukunftspläne publizistisch unabhängig sein, schreibt Hummler in einem Communiqué. Hummlers Amtszeit hätte noch bis 2015 gedauert.

Vor zwei Monaten hatte NZZ-Verwaltungsratspräsident Franz Steinegger gesagt, man werde Konrad Hummler wegen der Millionenbusse der Bank Wegelin nicht zum Rücktritt auffordern. Nun hat Hummler seinen Rücktritt auf die nächste Generalversammlung am 13. April eingereicht.

Bis Februar 2012 war Hummler Verwaltungsratspräsident. Wegen der rechtlichen Auseinandersetzungen übergab er dieses Amt aber an den früheren FDP-Nationalrat Steinegger. Im April wird voraussichtlich Galenica-Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod das Ruder übernehmen.

Einbruch bei Printwerbung drückt Gewinn

Ein deutlicher Einbruch bei den Werbeerträgen bei den Printmedien haben den Ertrag der NZZ-Mediengruppe 2012 um 8,3 Millionen auf 519 Millionen Franken gedrückt. Der Gewinn sank gegenüber dem Vorjahr um 6 Millionen auf 30,9 Millionen Franken.

Der starke Umsatzrückgang bei den Printanzeigen habe trotz schnell eingeleiteter Massnahmen beim Aufwand nur teilweise kompensiert werden können, teilte die NZZ-Mediengruppe am Donnerstag mit. Das operative Ergebnis (Ebit) reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 14,6 Millionen auf 37,9 Millionen Franken.

Dank einem konsequenten Kostenmanagement und Beiträgen aus neuen Geschäftsaktivitäten sei trotz eines schwierigen Umfelds ein «solides Unternehmensergebnis» erzielt worden, heisst es in der Mitteilung. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine gleichbleibende Dividende von 200 Franken pro Aktie vor.

Positiv entwickelt hätten sich die Umsätze im digitalen Werbemarkt. Vor allem der wachsende Online-Bereich und die regionalen Radiostationen verzeichneten ein erfreuliches Umsatzwachstum.

Stabile Erträge seien im Lesermarkt erzielt worden. In dem von Produktionsüberkapazitäten geprägten Druckbreich seien dagegen die Erträge leicht gesunken.

Die übrigen Erträge stiegen vor allem aufgrund von Akqusitionen gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent an. Der Gesamtaufwand stieg um 1,3 Prozent auf 481 Millionen Franken. Das Unternehmen begründet den Anstieg im Wesentlichen mit der Integration der SEF-Gruppe (Swiss Economic Forum) und eines Betriebsanteils im Kalenderbereich sowie dem forcierten Ausbau des Online-Bereichs.

Im Geschäftsbereich FPH Freie Presse Holding sank der Umsatz um 16,7 Millionen auf 314,8 Millionen Franken. Das operative Ergebnis (Ebit) fiel von 31,8 Millionen im Vorjahr auf 25,8 Millionen Franken. Zur FPH gehören die Beteiligungen an Regionalverlagen wie der «Neuen Luzerner Zeitung», dem «St. Galler Tagblatt», Radio Pilatus, FM 1, Tele 1 und Tele Ostschweiz.

(chb/rcv/sda)

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