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Lufthansa: Eine Frau soll es richten

Eine Frau wird Finanzchefin von Europas grösster Fluggesellschaft. (Bild: Keystone)

Die deutsche Lufthansa ernennt eine Frau zur neuen Finanzchefin: Simone Menne wird ab Juli Nachfolgerin von Stephan Gemkow.

Veröffentlicht am 07.05.2012

Die Lufthansa legt ihre Finanzen in die Hände einer Frau. Simone Menne, die derzeit die Kasse des inzwischen verkauften Verlustbringers British Midland (BMI) führt, tritt zum 1. Juli im Konzernvorstand die Nachfolge von Finanzchef Stephan Gemkow an, wie Europas grösste Fluggesellschaft am Montagabend nach einer Aufsichtsratssitzung in Frankfurt mitteilte. Der Vertrag der 51-Jährigen soll drei Jahre lang laufen. Ihr Vorgänger Gemkow (52) verlässt die Lufthansa Ende Juni, um als Nachfolger von Jürgen Kluge noch im Sommer neuer Chef des Metro-Mutterkonzerns Haniel zu werden.

«Mit Simone Menne berufen wir eine erfahrene Lufthansa-Managerin in den Vorstand, die sich im Konzern und unserer Industrie bestens auskennt», sagte Lufthansa-Aufsichtsratschef Jürgen Weber. Menne arbeitet seit 1989 für den Konzern. Sie startete in der Revision, und arbeitete sich über Leitungspositionen in der EDV und dem Finanz- und Rechnungswesen nach oben. Nachdem die Lufthansa 2009 die Mehrheit an der britischen Fluglinie BMI gekauft hatte, rückte sie 2010 als Finanzchefin in das Management der Gesellschaft auf.

Allerdings kam BMI auch unter ihrer Führung nicht in die schwarzen Zahlen. Seit Mitte April gehört die Fluggesellschaft zum Mutterkonzern von British Airways, der International Airlines Group (IAG) . Die Lufthansa musste bei dem Verkauf noch Geld drauflegen. Im Zuge der Integration bei IAG sollen mehr als 1.000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren.

Kampf gegen Billigflieger

Bei der Lufthansa warten auf die neue Finanzchefin grosse Herausforderungen. Um gegen die Billigflieger in Europa und staatlich unterstützte Fluggesellschaften aus den Nahen Osten auf der Langstrecke bestehen zu können, hat Vorstandschef Christoph Franz hat das Sparprogramm «Score» aufgelegt. Dieses soll mittels Einsparungen und Mehrerlösen den operativen Gewinn bis zum Jahr 2015 um 1,5 Milliarden Euro steigern.

Im ersten Quartal war die Lufthansa wegen der hohen Kerosinpreise tief in die roten Zahlen gestürzt. Trotz Rekord-Passagierzahlen und Spitzenumsatz war der operative Verlust mit 381 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch ausgefallen als ein Jahr zuvor.

An diesem Dienstag steht der Lufthansa-Vorstand den Aktionären des Konzerns Rede und Antwort. Bei der Hauptversammlung in Köln sollen die Anteilseigner einer Dividende von 25 Cent je Aktie zustimmen, obwohl die Lufthansa 2011 unter dem Strich einen Verlust von 13 Millionen Euro hatte verkraften müssen. Von den Gewerkschaften regt sich dagegen Protest

(rcv/sda/awü)

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