Damit tritt er die Nachfolge von Matthäus Den Otter an, der seit 2005 an der Spitze des Fondsverbandes stand. Den Otter wird Fuchs noch bis Ende 2013 zur Verfügung stehen, um eine optimale Übergabe sicherzustellen. Fuchs trat 2010 als Senior Counsel in die Geschäftsstelle der SFA ein. Vorher war er als Managing Director und Leiter Product Management Hedge Funds bei der UBS und noch früher als Chief Executive Officer (CEO) der Swiss Life Funds AG tätig.

Ein neuer Geschäftsführer und ein neuer Name – nicht vom Tisch ist hingegen der zähflüssige Aufschwung auf dem Fondsplatz Schweiz. Haben Fonds hier wirklich noch eine grosse Zukunft?
Markus Fuchs:
Es ist wichtig, dass die Begriffe «Fondsplatz Schweiz» und «Fondsdomizil Schweiz» nicht vermischt oder gar verwechselt werden. Ersterer umfasst auch die Dienstleistungen wie Asset Management und Vertrieb – beides Aktivitäten, die in der Schweiz sehr erfolgreich betrieben werden. Der «Fonds» ist heute eine allseits akzeptierte Marke, die im Gegensatz zu einigen anderen Produkten ein hohes Ansehen geniesst. Über ein Drittel der in der Schweiz angelegten Gelder sind Fonds, Tendenz zunehmend. Das in der Schweiz zum öffentlichen Vertrieb zugelassene Fondsvolumen beträgt über 750 Milliarden Franken.

Aber die Konkurrenzierung durch andere Fondsplätze wie Luxemburg, Irland und so weiter wird immer grösser.
Das ist richtig. Hauptunterschied zwischen Luxemburg, Irland und vielen weiteren Fondszentren und der Schweiz ist jedoch, dass die meisten Fondsplätze primär Fondsdomizile und Administra­tionsstandorte sind. In der Schweiz hingegen werden hauptsächlich Dienstleistungen in den Bereichen Asset Management und vor allem Vertrieb erbracht. Es geht nun darum, die Stärken im Vertrieb zu bewahren, das Asset Management zu stärken und zunehmend auch Administrationsdienstleistungen für komplexere Produkte zu erbringen. Letzteres kann durchaus auch für ausländische Fonds erfolgen.

Anzeige

Wie können die Schweizer Anbieter die Situation verbessern?
Die Vielfalt der Produkte und die zahlreichen Klein- und Kleinstprodukte machen es schwierig, eine Übersicht zu behalten. Anderseits erlauben sie, vielfältigste Kundenbedürfnisse abzudecken. Hier muss jeder Anbieter die jeweils individuell beste Balance finden. Behörden und auch Verbände sind dazu da, für die Anbieter und Anleger möglichst ideale Rahmenbedingungen zu erarbeiten.

Sehen Sie strukturelle Probleme des Fondsstandorts Schweiz?
Es gibt nur wenige strukturelle ­Probleme, zum Beispiel das allenfalls zu grosse Fondsuniversum, das heisst viele Kleinstprodukte, die aus ökonomischer Sicht sowohl für Anbieter als auch Investoren wenig Sinn machen. Der offene Schweizer Fondsmarkt sorgt anderseits für einen effizienten Wettbewerb und erlaubt es den Vermögensverwaltern, die jeweils besten Produkte zu selektieren. Probleme bereiten nach wie vor die Verrechnungssteuern sowie die Stempelabgaben. Hier ist es wichtig, dass die Besteuerung endlich vollumfänglich auf Stufe Anleger erfolgt und nicht mehr auf Produktstufe – wie in den meisten anderen Fondsstandorten seit Jahren üblich.

Ihr Beruf dreht sich ums Anlegen. Wie stehen Sie persönlich zu Geld?
Geld schafft Möglichkeiten und Sicherheit. Privat ist Geld für mich kein zentrales Thema. Es würde eines, falls ich zuwenig oder zu viel davon hätte. Beides ist nicht der Fall.

Was langweilt Sie?
Sitzungen, bei denen der Zweck und die Zielsetzung nicht klar sind oder gar fehlen.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?
«Wealth and Poverty of Nations» von David Landes. Landes beschreibt eindrücklich und mit Beispielen, wie kleine Erfindungen die Entwicklung ganzer Kulturen und Gesellschaften geprägt haben.

Was stimmt Sie traurig?
Situationen, bei denen man helfen möchte und aus diversen Gründen nicht kann.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?
Als Weinakademiker liegt es nahe, dass die Weinkultur mit all ihren Aspekten einen grossen Teil meiner arbeitsfreien Zeit einnimmt.

Wo machen Sie persönlich Ferien?
In den klassischen europäischen Weingebieten.

Wie lautet Ihr Alltagsmotto?
Was ich wirklich will, brauche ich mir nicht vorzunehmen.

Was ist Ihre grösste Sorge?
Dass wir uns zu oft auf Probleme und zu wenig auf Chancen fokussieren.

Können Sie kochen?
Meine diesbezügliche Kompetenz liegt eher im Auswählen des zum Essen passenden Weins.

Welchen Traum wollen Sie sich erfüllen?
Ich habe viele kleine Träume und lebe nach dem Motto «Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum».

Welches Musikstück würden Sie als persönliche Hymne wählen?
«Another Brick in the Wall» von Pink Floyd. Der Song bringt die relative Bedeutung einer einzelnen Person schön zum Ausdruck.

Steckbrief

Name: Markus Fuchs

Geboren: 9. Februar 1967

Zivilstand: Verheiratet, zwei Kinder

Wohnort: Aarau Rohr

Ausbildung: Lic. oec. publ. Universität Zürich, EMBA IMD Lausanne

Bisherige Funktion: Senior Counsel, Swiss Funds Associa­tion SFA, Basel

Neue Funktion: Geschäftsführer, Swiss Funds & Asset Management Association SFAMA, Basel