Der «Spiegel» ist bei der Suche nach einem neuen Chefredaktor bei der Deutschen Presse-Agentur (DPA) fündig geworden. Der 46-jährige DPA-Chef Wolfgang Büchner werde «zum nächstmöglichen Zeitpunkt» Chefredakteur von «Spiegel» und «Spiegel Online», teilte der Verlag in Hamburg mit.

Büchner bringe «alle Voraussetzungen» mit, die beiden Redaktionen erstmals gemeinsam zu führen, erklärte der Geschäftsführer des «Spiegel»-Verlags, Ove Saffe. In Branchenkreisen war bereits seit Wochen immer wieder über einen Wechsel Büchners an die «Spiegel»-Spitze spekuliert worden.

Bei dem Hamburger Nachrichtenmagazin ersetzt der Journalist gleich zwei Chefredaktoren. Georg Mascolo, der das gedruckte Magazin verantwortete, und Digital-Chef Mathias Müller von Blumencron hatten Anfang April ihren Hut nehmen müssen.

Büchner muss nun den «Spiegel» auf Kurs bringen. Angesichts rückläufiger Auflagen und des Zugriffs vieler Leser auf Gratis-Berichte im Internet ringt die «Spiegel»-Gruppe seit Jahren um eine neue Strategie.

«Financial Times Deutschland» und «Spiegel Online»

Büchner hatte sich erste journalistische Sporen im Nachrichtengeschäft verdient. Nach seinem Studium arbeitete er ab 1991 als Korrespondent für die Nachrichtenagentur Associated Press, 1995 wechselte er dann zu Reuters. Später arbeitete Büchner für die mittlerweile eingestellte «Financial Times Deutschland» - und ab 2001 erstmals für «Spiegel Online».

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2009 wechselte er dann zur DPA. Die Nachrichtenagentur muss sich nun einen neuen Chef suchen. DPA bestätigte Büchners Wechsel bereits. Über Büchners Nachfolge werde der DPA-Aufsichtsrat entscheiden, einen genauen Zeitplan gebe es noch nicht.

(tno/aho/reuters)