Der Luzerner Meier hatte den Rolex-Chefposten im Jahr 2008 übernommen und damals seinen Vorgänger und ebenfalls vom VR aus dem Chefsessel gekippten Patrick Heiniger abgelöst, der mehr als 15 Jahre lang bei der weltbekanntesten und auch  umsatzstärksten Uhrenmarke (Rolex gibt keine Zahlen bekannt, Schätzungen der «Handelszeitung» gehen von einem Umsatz von 3,5 Milliarden Franken aus) als Chef fungiert hatte.

Meier, im Nachwuchsbereich vor 40 Jahren einer der besten Zehnkämpfer unseres Landes, war ab 2005 Finanzchef bei Rolex, früher Banker. Unter anderem hatte er nach  einer Karriere bei HSBC die Niederlassung der Deutschen Bank in Genf geleitet; zudem war er Mitglied des VR der deutschen Börse und Vorstandsmitglied der SIX Group.

Über die Hintergründe des Ausscheidens Meiers, des erst vierten Chefs in der 106-jährigen Geschichte des Unternehmens, informierte Rolex, wie üblich beim  Branchenprimus, nicht näher; die 7 Zeilen des Communiques von Dienstagabend mussten genügen. An den aktuellen Rolex-Verkaufszahlen dürfte der Chefwechsel kaum  gelegen haben; die Nachfrage nach Schweizer Uhren boomt und Meier hatte sich an der «BaselWorld» Ende März im persönlichen Gespräch «zufrieden» gezeigt über den  Geschäftsgang. Marini wird wohl für Rolex seines Alters wegen – er ist 64 – primär eine Übergangslösung sein.

Erwartet wird, dass sich die Marke mit einem jüngeren Konzernchef ein auch jugendlicheres Image verpassen will. Das verlangt aber auch eine Modernisierung der Kollektion. Wie Rolex weiter bekannt gab, wird Daniel Neidhart neuer Verantwortlicher für die ausländischen Filialen. Neidhart wird diesen neu geschaffenen Posten von Hongkong aus  wahrnehmen. Der Manager leitete bislang für Rolex die Verkäufe in China.