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Schlechte Stimmung bei Landis+Gyr: Finanzchef geht nach zehn Jahren

Nach der Übernahme durch Toshiba herrscht bei Landis+Gyr Ernüchterung. Nun verlässt Finanzchef Andreas Spreiter den Stromzählerproduzenten Richtung Forbo.

Veröffentlicht am 29.06.2012

Der Bodenbelags- und Förderbänderhersteller Forbo hat Andreas Spreiter zum neuen Finanzchef ernannt. Der 43-Jährige tritt die Nachfolge des im Januar 2013 ausscheidenden Jörg Riboni an, wie die Firma mitteilte.

Spreiter war während den letzten zehn Jahren Finanzchef des Zuger Stromzählerproduzents Landis+Gyr, der 2011 von Toshiba übernommen wurde. Er soll seine neue Stelle so bald wie möglich antreten.

Forbo verkleinert zudem seine Konzernleitung: Der Bereich Corporate Center wird neu zwischen Konzernchef und Finanzchef aufgeteilt. Der bisherige Verantwortliche für diesen Bereich, Daniel Keist, verlässt Forbo im ersten Halbjahr 2013.

Landis+Gyr-Management: «Da sind einige nicht glücklich»

Erst im Mai hatte die «Handelszeitung» über Frustrationen im Management von Landis+Gyr berichtet. Denn rund ein Jahr nach der Übernahme durch Toshiba herrscht beim Zuger Hersteller von Stromzählern Ernüchterung. Angestellte berichten von kulturellen Gräben.

«Vorher waren wir agil», beklagte sich ein Manager von Landis+Gyr. «Jetzt fahren wir im Schlepptau eines Supertankers.» In der Zusammenarbeit mit den neuen japanischen Eigentümern dauere vieles zu lang. Oft sei unklar, wer welche Befugnisse habe. Schwierigkeiten bereitet auch die Verständigung. Viele Top-Manager bei Toshiba reden kaum Englisch.

«Da sind einige nicht glücklich», berichtet ein Kenner der Verhältnisse am Hauptsitz in Zug mit Blick auf die Chefetage von Landis+Gyr. «Natürlich möchte man immer, dass alles schneller geht», wiegelte dagegen Firmensprecher Thomas Zehnder ab. «Aber wenn jemand anders das Unternehmen gekauft hätte, gäbe es heute Restrukturierungsschlagzeilen.» Die Aussage erstaunte, verlagert doch der Konzern 20 Stellen nach Frankreich.

(tno/mba/chb/sda)

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