Der mit Milliardenproblemen und Korruptionsvorwürfen kämpfende Industriekonzern ThyssenKrupp trennt sich von gleich drei Vorstandsmitgliedern. Die Verträge mit Edwin Eichler, Olaf Berlien und Jürgen Claassen sollen zum Jahresende aufgehoben werden, teilte ThyssenKrupp mit. Es handelt sich zunächst um eine Empfehlung des Personalausschusses im Aufsichtsrat. Endgültig soll das Kontrollgremium am kommenden Montag (10. Dezember) darüber entscheiden.

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Damit zieht ThyssenKrupp unter anderem Konsequenzen aus dem Milliardendebakel beim Bau von Stahlwerken in Brasilien und den USA. Ausserdem sieht sich der Traditionskonzern mit der Aufdeckung einer Reihe von Korruptionsfällen konfrontiert. Deshalb stelle sich die «Frage nach der bisherigen Führungskultur im Konzern», heisst es in der Mitteilung von ThyssenKrupp.

Mehrere Schadenersatzklagen

Auf ThyssenKrupp kommt nach der Aufdeckung eines Aufzug- und Rolltreppenkartells gleich mehreren Schadenersatzklagen zu. Die EU-Kommission hatte bereits eine millionenschweren Geldbusse verhängt. Berlin ist für diesen Unternehmensbereich zuständig. Claassen war wegen teurer Reiseeinladungen an Journalisten und eigener Reisen in die Kritik geraten. Gegen ihn prüft die Staatsanwaltschaft Essen die Aufnahme von Ermittlungen. Eichler war im Vorstand für Stahl zuständig.

(chb/awp)