Der Schweizer Meier ist seit 1980 für Shell auf lokaler und globaler Ebene in diversen Funktionen in den Bereichen Finanz & Marketing tätig. Zusätzlich übernimmt der Betriebswirt nun die Position des Country Chair der Shell-Gesellschaften in der Schweiz und das Mandat des Verwaltungsratspräsidenten der Shell (Switzerland) AG. Shell betreibt in der Schweiz zirka 390 Tankstellen und beschäftigt rund 120 Mitarbeiter.

Können Sie ob der aktuellen Situation auf den internationalen Währungs- und Rohstoffmärkten noch ruhig schlafen?

Felix Meier:
Die Rohstoffmärkte sind traditionell volatil, da sie von zahlreichen Faktoren beeinflusst werden. Die derzei­tige Situation ist aber in der Tat extrem. Das lässt auch mich nicht kalt.

Sie sind seit 30 Jahren im Geschäft mit Treibstoff tätig. Da haut Sie das ständige Auf und Ab des Benzin- und Dieselpreises wohl kaum mehr aus den Socken ...

Ich kann den Ärger unserer Kunden verstehen. Preisbestimmend – neben dem rund 50-prozentigen Steueranteil – sind aber die Entwicklungen auf den internationalen Märkten, denen auch wir unterworfen sind.

Mögen Sie sich im Verlaufe Ihrer beruf­lichen Karriere erinnern an den höchsten Benzin-Literpreis in der Schweiz? Wie hoch war dieser – und wann war dies?

Da bin ich im Detail im Moment überfragt. Was ich aber mit Sicherheit weiss, ist, dass der Steueranteil stetig gestiegen ist. Meine Zeit im Tankstellengeschäft liegt schon länger zurück. Oder bin ich einfach schon zu alt?

Konsumentenorganisationen bemängeln immer wieder, dass in den Sommer­monaten – zu den Hauptferienzeiten – der Benzinpreis auffällig am Klettern ist. Was antworten Sie diesen Kritikern?

Ausschlaggebend für die Preise an den Zapfsäulen ist nicht der Schweizer ­Ferienkalender, sondern einzig die Preise an der internationalen Beschaffungsmärk­ten. Traditionell ist die Benzinnachfrage im Frühjahr und im Sommer grösser als im Winter.

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Tankstellen werden immer mehr zu Mini-Supermärkten für Produkte des Alltags. Hat die klassische Tankstelle ohne Shop oder zumindest Kiosk ausgedient?

So sieht es aus. Ein komplettes und kundenorientiertes Angebot ist der Schlüssel zum Erfolg.

Wie sind Sie zum neuen Job gekommen?

Aufgrund meiner Erfahrung und meiner Leistungen in den relevanten Bereichen, der Akzeptanz bei Mitarbeitern und Management – und weil ich zurzeit in der Schweiz tätig bin und somit verfügbar war.

Wie wichtig ist Ihnen persönlich Geld?

Insofern als ich damit etwas Sinnvolles anstellen kann: Ein Heim und Sicherheit für die Familie, eine gute Ausbildung für die Kinder und so weiter.

Was langweilt Sie?

Sturheit, Engstirnigkeit, Rechthaberei, Besserwisserei.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?

Die «Heavy Weights» habe ich als suchender Gymnasiast gewälzt, jetzt lese ich zur Entspannung Krimis – dies gerne auch in Fremdsprachen wie zum Beispiel Schwedisch – und Science-Fiction.

Was würden Sie gerne erfinden?

Ich glaube nicht an Allerweltsheilmittel. Täglich kleine Schritte führen zum Erfolg.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?

Raus in die Natur, bewegen und geniessen, das ist für mich Erholung pur!

Wie wohnen Sie?

In einem intakten Dorf mit kompletter Infrastruktur, nahe zu den Kulturzentren, mit einem schönen Naherholungsgebiet.

Was für ein Auto fahren Sie?

Ein praktisches und vernünftiges Familienauto.

Welche Fähigkeiten besässen Sie gerne?

Gedankenlesen zu können wäre oft ganz hilfreich.

Wie lautet Ihr Alltagsmotto?

Sich nicht zu viel auf einmal vornehmen­, aber das dann auch erledigen!

Was ist Ihre grösste Sorge?

Ich glaube, dass es uns gelingt, für die wirklichen Probleme auch Lösungen zu finden. Leider dauert das manchmal aber etwas gar lange.

Können Sie kochen?

Ich habe es während meiner Single-Zeit in Schweden gelernt, jetzt bin ich der Herr am Grill und zuständig für den besten Steinpilz-Risotto – laut meiner Familie.

Welchen kulinarischen Genüssen können Sie nicht widerstehen?

Sämtlichen süssen Versuchungen auf Schokolade-Basis – am wenigsten den selbstgemachten Desserts meiner Frau und meiner Töchter.

Welchen Traum wollen Sie sich erfüllen?

Eine Reise rund um die Welt, verweilen, wo’s Neues und Spannendes zu entdecken gibt, ohne grosse Planung oder Vorbereitung.

Steckbrief

Name: Felix Meier

Geboren: 8. Februar 1954

Zivilstand: Verheiratet, drei erwachsene Kinder in Ausbildung

Wohnort: Auf dem Land im Kanton Zürich

Ausbildung: Lic. oec., Betriebswirtschaft, Uni Zürich

Bisherige Funktion: Träger von Geschäftsführungs-, Verwaltungsrats- und Stiftungsratsmandaten verschiedener Shell-Gesellschaften in der Schweiz

Neue Funktion: Country Chairman, Shell-Gesellschaften in der Schweiz, Baar