Er wird damit Nachfolger von Reto Conrad. Der im Kanton Zug aufgewachsene Finanzexperte arbeitete von 1985 bis 1991 als Revisor bei den Beratungsunternehmen Peat, Marwick, Mitchell & Co sowie Deloitte & Touche. Anschliessend war er während vier Jahren bei der Lacoray Group, später Cosa-Liebermann-Gruppe, tätig, die ersten Monate als Group Controller und danach als Gesamtverantwortlicher für Finanzen und Administration.

Ab 1995 war er während knapp zwei Jahren als Chief Financial Officer bei Jelmoli und in gleicher Funktion von 1997 bis 2005 bei der Sarna-Gruppe. Seit 2006 ist Riboni bei der Forbo-Gruppe ebenfalls als Chief Financial Officer und Mitglied der Konzernleitung aktiv, mit der Verantwortung für die Bereiche Finanz- und Rechnungswesen, Controlling und Reporting, Informatik und Steuern. Im Rahmen seiner Tätigkeiten bei Jelmoli, der Sarna-Gruppe und der Forbo-Gruppe gestaltete er unter anderem strategische Neuausrichtungen mit und hatte die Federführung in verschiedenen internationalen Akquisitionsprojekten inne. Riboni studierte Wirtschaftswissenschaften mit Vertiefung in Finanz- und Rechnungswesen an der Universität St.Gallen. Zudem verfügt er über ein Diplom als eidgenössisch diplomierter Bücherexperte. Riboni wird seine Stelle so rasch als möglich, in Absprache mit seinem jetzigen Arbeitgeber Forbo, antreten.

Lieben Sie Milch, Joghurt, Käse? Das sind doch irgendwie wichtige Voraussetzungen für ein Engagement bei Emmi!
Jörg Riboni:
Ich esse als Zwischenverpflegung regelmässig ein Joghurt. Käse stand bis anhin jedoch nicht zu häufig auf meinem Speiseplan. Ich bin aber gerne bereit, meine kulinarischen Gewohnheiten weiterzuentwickeln. Und natürlich werde ich mir auch noch einiges Wissen rund um die Herstellung von Milchprodukten aneignen müssen.

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Als Zuger, als ehemaliger Finanzchef der Obwaldner Sarna-Gruppe und derzeit CFO der Forbo-Gruppe, Baar ZG, bleiben Sie mit Emmi weiterhin beruflich in der Zentralschweiz tätig. Zufällig oder durchaus bewusst?
Ich bin in meiner beruflichen Tätigkeit viel in der ganzen Welt herumgereist, aber jedes Mal gerne wieder nach Hause gekommen. Es gibt sehr viele schöne Orte auf dieser Welt, in der Zentralschweiz wohne ich aber einfach am liebsten. Die Lebensqualität hier ist unerreicht. Dass ich nun auch noch eine neue berufliche Herausforderung hier gefunden habe, ist selbstverständlich optimal.

Gibt es in der Arbeit als Finanzchef grundsätzlich Unterschiede zwischen einzelnen Branchen? Oder anders gefragt: Stellen sich wesentlich andere Probleme bei einem Milchverarbeiter als bei einem Technologieunternehmen?
Als Finanzchef ist ein Branchenwechsel grundsätzlich kaum problematisch. Natürlich gibt es in der finanziellen Führung beispielsweise Unterschiede zwischen produzierenden Unternehmen und Dienstleistungsunternehmen. Deshalb kommen mir die Erfahrungen meiner letzten Stelle in Zukunft bei Emmi sicher zugute. Einarbeitungsbedarf gibt es hingegen sicherlich bei gesamtunternehmerischen Themen, wenn es darum geht, möglichst schnell die Marktmechanismen, die Abläufe und die Strukturen kennenzulernen.

Die Frage drängt sich bei einem CFO auf: Wie wichtig ist Ihnen persönlich Geld?
Beruflich ist es mein tägliches Geschäft. Ansonsten gibt es einem eine gewisse Unabhängigkeit und einen entsprechenden Freiraum.

Was langweilt Sie?
Sowohl in meinem beruflichen als auch in meinem privaten Umfeld stelle ich fest, dass ich teilweise Mühe habe, wenn meine Mitmenschen oder meine Arbeitskollegen unmotiviert sind.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?
«The Black Swan» von Talib Nassim. Es relativiert die verschiedenen Finanzmodelle und -kennzahlen und macht einem bewusst, dass man trotz einer perfekten Theorie immer wieder «auf dem linken Fuss» erwischt werden kann.

Was würden Sie gerne erfinden?
Eine Maschine, die mir Macht über die Zeit gibt.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?
Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meiner Familie und mit unseren Freunden.

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Was ist beruflich Ihre grösste Sorge?
Als «Finanzer» bereiten mir die Verschuldungssituation in Europa und deren potenzielle Folgen grosse Sorgen. Die Lösung ist zwar noch nicht absehbar, aber jeder Weg dahin wird für alle schmerzhaft sein.

Was treibt Sie derzeit im Beruf an?
Ich bin von Grund auf ein positiv denkender Mensch und habe wenig Mühe, mich jeden Tag aufs Neue zu motivieren. Ich freue mich, wenn ich mit meinem Tun und Wirken etwas bewegen kann.

Können Sie kochen?
Sagen wirs so: Ich geniesse es sehr, wenn ich bekocht werde.

Welchen kulinarischen Genüssen können Sie nicht widerstehen?
Süssigkeiten aller Art. (mk)

Steckbrief

Name: Jörg Riboni

Geboren: 3. Dezember 1957

Zivilstand: Verheiratet, zwei Söhne (21 und 18 Jahre alt)

Wohnort: Steinhausen ZG

Ausbildung: Lic. oec. HSG und Bücherexperte

Bisherige Funktion: Group CFO Forbo, Baar ZG

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Neue Funktion: Finanzchef (CFO) Emmi-Gruppe, Emmi Schweiz AG, Luzern