In dieser Funktion ist sie für das Wealth- und Investment-Management-Geschäft in Zürich verantwortlich, welches sich auf diverse internationale Märkte wie auch auf den Markt Schweiz fokussiert. Zudem bildet speziell das Geschäft mit Osteuropa (Russland und die CIS-Region) einen Schwerpunkt der Aktivitäten. Bigliardi arbeitete zuletzt für Clariden Leu, die ehemalige Schweizer Privatbank der Credit Suisse, wo sie für das Wealth Management der Region Russland, Zentral- und Osteuropa sowie Israel zuständig war.

Zuvor war sie 25 Jahre lang bei der UBS in den Bereichen Interna­tional Corporate Banking, Project Finance und International Wealth Management ­tätig, zuletzt als Business Sector Head für das UHNW-Segment der Märkte Russland, Zentral- und Osteuropa, Grossbritannien, Deutschland und Österreich. Bigliardi wird an Patrick Ramsey, CEO von Barclays Bank (Suisse) und Head of Wealth Management, Schweiz, sowie Henry Fischel-Bock, Head of Wealth Management, Zen­tral- und Osteuropa, rapportieren.

Barclays richtet sich mit Ihnen neu unter anderem auf das Geschäft mit Osteuropa aus. Kommt der Einstieg nicht etwas spät?Martina Bigliardi:
Nicht unbedingt, denn die Bank hat das Wealth-Management-Geschäft in Osteuropa gezielt und mit Erfolg über andere Standorte abge
wickelt. Die Zeit ist nun aber reif, dass Zürich eine gewichtige Plattform im Osteuropa-Geschäft wird und die bestehende Expertise vertieft und ausweitet. Die Investmentbank unseres Unternehmens ist schon seit vielen Jahren im Markt Russland tätig. Mit Hans-Jörg Rudloff hat Barclays einen der ausgewiesensten und profiliertesten Kenner des Marktes im Hause.

Wie weit kennen Sie sich in Osteuropa persönlich aus?
Mein Interesse an der wechselvollen Geschichte, Kultur und Literatur in Osteuropa reicht bis in meine Jugendjahre zurück. Es steht ausser Frage, dass die ­erfolgreiche Bearbeitung eines Marktes immer ein gutes Verständnis für die dortigen kulturellen und sozioökonomischen Gegebenheiten voraussetzt. Durch viele Reisen nach Osteuropa bis nach Sibirien habe ich mir eine Grundvertrautheit mit diesen Ländern angeeignet.

Wie beurteilen Sie die Position von Frauen in Geschäftsbeziehungen mit Russen?
Osteuropa hat eine lange Tradition von Frauen in beruflich anspruchsvollen Positionen. Der Dialog findet auf Augenhöhe statt.

Anzeige

Wie wichtig ist Ihnen persönlich Geld?
Der englische Schriftsteller Somerset Maugham sagte: «Geld ist der sechste Sinn. Ohne ihn kann man mit den fünf anderen nicht viel anfangen».

Wie sind Sie zum neuen Job gekommen?
Ich konnte zeigen, wie ich in den letzten Jahren gearbeitet, was ich dabei erreicht hatte und was ich beruflich noch vorhabe. Als die Zerschlagung von Clariden Leu bekannt wurde, reagierte Barclays schnell. Die Offenheit, Schnelligkeit und Professionalität bei der Rekrutierung waren beeindruckend.

Was langweilt Sie?
Mit Leuten zusammen zu sein, die sich für nichts interessieren.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?
«Alles in Allem» von Kurt Guggenheim und «Mein Leben – Memoiren und Reflexionen» von Alexander Herzen.

Was stimmt Sie traurig?
Respektlosigkeit – gegenüber Mensch, Tier und Natur.

Was würden Sie gerne erfinden?
Das Perpetuum mobile.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?
Die Auseinandersetzung mit der Natur – etwa Botanik und Zoologie –, aber auch mit Geschichte, Kunst und Literatur.

Wie wohnen Sie?
In der Stadt Zürich – Altes und Neues in Kombination. Und zur erhol­samen Abwechslung fahre ich nach Lavin ins Unterengadin.

Was für ein Auto fahren Sie?
Einen BMW.

Welche Fähigkeiten besässen Sie gerne?
Mehr musikalisches Talent.

Wie lautet Ihr Alltagsmotto?
«To remember the past, to live the present, to trust the future» – ein Diktum, das ich im Beit Hatfutsot Museum in Tel Aviv entdeckt habe.

Was ist Ihre grösste Sorge?
Im Leben die Zerstörung der ­Natur, im Geschäft der Irrglaube, dass alle Wirtschaftsprobleme per Regulierung gelöst werden können.

Können Sie kochen?
Die Unzahl von Kochbüchern zuhause belegt, dass die richtige Flughöhe noch nicht erreicht ist.

Welchen Traum wollen Sie sich erfüllen?
Mehr Zeit, Neues zu entdecken und Altes aufzuarbeiten.

Welches Musikstück würden Sie als persönliche Hymne wählen?
«Finlandia» von Sibelius und «Opera Proibita» von Händel/Scarlatti – mit Cecilia Bartoli. (mk)

Steckbrief

Name: Martina Bigliardi

Geboren: 29. November 1959

Zivilstand: Verheiratet

Wohnort: Zürich

Ausbildung: Matura Typus A, Lic.iur. Universität St.Gallen

Bisherige Funktion: Business Area Head for Central & Eastern Europe and Israel, Clariden Leu (Credit Suisse Group), Zürich

Neue Funktion: Geschäftsführerin der neuen Zürcher Niederlassung Wealth und Investment Management sowie Mitglied der Geschäftsleitung von Barclays Bank (Suisse) SA, Genf