Er übernimmt diese Funktion von Hans Baumgartner, der nach sechs Jahren in dieser Position in den neuen Bereich Wealth Management & Private Clients (aktuell Bereiche Private Clients Schweiz und Private Banking Schweiz) unter der Führung von Christoph Brunner (aktuell Leiter Private Clients Schweiz) wechselt und für die Region Mittelland verantwortlich sein wird. Er löst in dieser Rolle Hans-Ulrich Müller ab, der die strategische Partnerschaft mit dem Swiss Venture Club vorantreiben und ausgewählte Initiativen für Schweiz-Chef Hans-Ulrich Meister umsetzen wird. Arthur Vayloyan, Leiter Private Banking Schweiz, verlässt das Unternehmen Ende Jahr. Gauch ist seit 25 Jahren im Firmenkundengeschäft der Credit Suisse tätig. Er hat seit 1994 verschiedene Führungspositionen inne, unter anderem fünf Jahre in New York.

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Sie steigen bei der Credit Suisse vom Berner Regionalleiter zum Schweizer Gesamtleiter des KMU-Geschäfts auf. Wie packen Sie Ihre neue Herausforderung an?

Urs P. Gauch:
Ich übernehme ein erfolgreiches, gut organisiertes Geschäftsfeld, das für die Credit Suisse strategische Bedeutung hat. Ich will mit meinem Team die Betreuung der Firmenkunden weiter intensivieren. Unsere Chance sehe ich darin, die vielfältigen Bedürfnisse der Schweizer KMU umfassend mit unserer breiten und professionellen Dienstleistungspalette abzudecken. Dabei gilt es, unsere Mitarbeitenden mit spezifischen Ausbildungsangeboten zu befähigen, den zunehmend komplexen Anforderungen im Firmenkundengeschäft gerecht zu werden.

Viele KMU im Land, vor allem mit Fokus auf den Export, haben aufgrund der EU-Schuldenkrise Angst vor der Kreditklemme. Wie geht Ihre Grossbank damit um?
Wir kennen die Bedürfnisse unserer Unternehmen und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Als Kreditgeber wollen wir unseren KMU-Kunden weiter die Finanzierung der Geschäftstätigkeit und notwendiger Investitionen ermöglichen. Mein Eindruck ist aber, dass viele Schweizer KMU gut auf die Herausforderungen in Europa vorbereitet sind, geschickt agieren und ihr Geschäft auf veränderte Marktbedingungen anzupassen wissen.

Sind die Schweizer Finanzinstitute gegenwärtig wirklich zurückhaltender bei der Vergabe von Geldern an KMU?
Ich höre und lese immer wieder davon. Fakt ist, dass das Kreditvolumen der KMU bei der Credit Suisse seit Jahren ansteigt. Wir stellen fest, dass die zugesicherten Kreditlimiten gar deutlich höher sind und nicht voll ausgeschöpft werden.

Wie ist es in diesen wirtschaftlich herausfordernden Zeiten um die Zahlungsmoral der KMU in der Schweiz bestellt?
Das Geld für erbrachte Leistungen trifft heute durchschnittlich 60 Tage nach Rechnungsstellung ein. Ich würde daher weniger von Zahlungsmoral sprechen als von Liquiditätsplanung. Wir sehen häufig, dass KMU Vorleistungen erbringen, Material beschaffen sowie Infrastruktur-, Administrations- und Lohnkosten bestreiten. Viele kleinere Firmen tun sich schwer, diese Asynchronität der Zahlungsströme durch interne Querfinanzierungen zu überbrücken. Wir können dabei mit Lösungen zur Finanzierung des Umlaufvermögens wie Factoring behilflich sein.

Wie wichtig ist Ihnen persönlich Geld?
Bedingt wichtig. Als Mittel zum Zweck, das richtig und bewusst eingesetzt werden muss. Mittels Geld sorge ich für Unvorhergesehenes vor, was mir eine gewisse Sicherheit gibt.

Was langweilt Sie?
Menschen, die das Glas halb leer sehen.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?
Ich komme leider selten dazu, Bücher zu lesen. Wenn, dann meist Fachliteratur. Zuletzt war dies «The Five Dysfunctions of a Team» von Patrick Lencioni.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?
Zeit mit meinen Töchtern verbringen, sportliche Aktivitäten wie Jogging oder Ski fahren und ein gutes Essen mit Freunden geniessen.

Wie wohnen Sie?
In einem modernen Einfamilienhaus in der Nähe der Stadt Freiburg. Nach einem hektischen Arbeitstag geniesse ich gerne die Ruhe und die Natur.

Was für ein Auto fahren Sie?
Einen zweckmässigen Mittelklassewagen mit Freude am Fahren.

Welche Fähigkeiten besässen Sie gerne?
Musikalisches Talent, um Saxophon spielen zu können.

Was ist Ihre grösste Sorge?
Sicherzustellen, dass ich meinen Töchtern die nötigen Werte und Einstellungen mitgebe, damit sie im Leben das tun können, was sie glücklich macht.

Was treibt Sie derzeit am meisten an?
Beruflich meine neue Aufgabe und die Weiterentwicklung des KMU-Geschäfts. Privat die Antwort auf die vorhergehende Frage.

Wie lautet Ihr Alltags- oder Lebensmotto?
Never give up.

Welchen Traum wollen Sie sich erfüllen?
Die Liste ist noch lang, etwa die Teilnahme am New York Marathon oder das Bereisen der Seidenstrasse.

 

Steckbrief

Name: Urs P. Gauch

Geboren: 18. September 1960

Zivilstand: Verwitwet

Kinder: Drei Töchter

Wohnort: Im Kanton Freiburg

Ausbildung: Betriebsökonom Fachhochschule Bern, Diplom Swiss Banking School Zürich, Advanced Management Program Harvard Boston

Bisherige Funktion: Leiter KMU-Geschäft Region Mittelland, Credit Suisse, Bern

Neue Funktion: Leiter KMU-Geschäft Schweiz, Credit Suisse, Zürich (ab 2013)