Er folgt auf Peter Delfosse, der die operative Führung während knapp drei Jahren innehatte und sich nun wieder voll auf die Leitung der Axon-Active-Gruppe konzentriert. In dieser Funktion wird er auch weiterhin VR-Präsident der OFWI bleiben. Binzegger arbeitete während sechs Jahren in verschiedenen Managementpositionen bei der Orell Füssli Wirtschaftsinformationen AG und war stellvertretender CEO, bevor er von 2007 bis 2010 als Group CEO zur Firma Crealogix ERP AG wechselte. Im September 2010 stiess er erneut zu Orell Füssli Wirtschaftsinformationen, wo er als Mitglied der Geschäftsleitung das Key Account Management übernahm. Binzegger wird neben seiner Tätigkeit als CEO weiterhin für diesen Bereich verantwortlich zeichnen. OFWI ist nach eigenen Angaben Marktführer für aktuelle, umfassende Informationen zu Firmen und Personen. Neben Wirtschaftsinformationen und Bonitätsauskünften bietet OFWI ein weltweites Firmen- und Produktverzeichnis an.

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Das Sammeln und Analysieren von Wirtschaftsinformationen ist so etwas wie Detektivarbeit. Sind Sie der neue «Oberpolizist» der Schweizer Wirtschaft?
Markus Binzegger: Der Schweizer Wirtschaft entsteht jedes Jahr ein Schaden aus Zahlungsausfällen und Konkursen von mehreren Milliarden Franken. Diesen müssen letztlich die Unternehmen, die Konsumenten und die Steuerzahler tragen. Wir leisten mit unseren Wirtschaftsinformationen einen wichtigen Beitrag, das Kreditrisikomanagement bei unseren Kunden zu verbessern und damit den Schaden zu reduzieren.

Wie können Sie die Qualität der Informationen garantieren?
Binzegger: Vor allem durch Qualitätssicherungs-Teams, die auf bestimmte Datenquellen spezialisiert sind. Sie prüfen sowohl die Qualität der Daten selber als auch die Qualität der Verfahren zur Datengewinnung und Datenweitergabe. Ergänzend setzen wir auch speziell auf unsere Bedürfnisse abgestimmte Softwaresysteme ein, mit denen sich allfällige Verarbeitungsfehler automatisch erkennen lassen.

Kommen Sie nicht regelmässig dem strengen Datenschutz in die Quere?
Binzegger: Nein überhaupt nicht. Alle unsere Mitarbeitenden achten sehr genau darauf, die Regeln, die der Datenschutz vorgibt, präzise einzuhalten. Es gibt übrigens auch keinen Grund, dies nicht zu tun.

Wie können Sie sicherstellen, dass bonitätsrelevante Informationen nicht in falsche Hände geraten?
Binzegger: Wir sind beim Thema Datenschutz sehr ähnlich organisiert wie eine Bank. Unsere Mitarbeitenden unterstehen dem Bankgeheimnis, die IT-Infrastruktur wird in einem Rechenzentrum betrieben, das die Anforderungen der Finma erfüllt, und der Datenverkehr erfolgt ausschliesslich verschlüsselt. Zudem sind bonitätsrelevante Informationen nur dann einsehbar, wenn man einen Interessennachweis vorlegt. Wir nehmen sowohl Datenschutz als auch Datensicherheit sehr ernst. Das zahlt sich aus. Nahezu alle führenden Banken, Versicherungen, Anwälte und Treuhandgesellschaften zählen zu unseren Kunden.

Eine spannende Aufgabe. Was aber langweilt Sie?
Binzegger: Lange Powerpoint-Präsentationen.

Was stimmt Sie traurig?
Binzegger: Gewalt, Ungerechtigkeit und Umweltverschmutzung.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?
Binzegger: Ich gehe raus in die Natur und treibe Sport.

Wie wohnen Sie?
Binzegger: Einfach, funktional und zentral gelegen.

Was für ein Auto fahren Sie?
Binzegger: Ich müsste die genaue Modellbezeichnung vom Kofferraumdeckel ablesen. Aber gut, dass Sie fragen. Ich habe nämlich noch gar nicht erwähnt, dass alle führenden Leasingbanken ebenfalls zu unseren Kunden gehören.

Wie lautet Ihr Alltagsmotto?
Binzegger: Jeder Tag ist ein guter Tag.

Welchen kulinarischen Genüssen können Sie nicht widerstehen?
Binzegger: Ich liebe Schokolade und die selbst gekochten Gerichte meiner Freunde.

Was ist Ihre grösste Sorge?
Binzegger: Dass Sie mich gleich fragen werden, ob ich kochen kann.

Können Sie kochen?
Binzegger: Ich habs befürchtet.

Was treibt Sie derzeit am meisten an?
Binzegger: Unsere Mitarbeitenden und und unsere Kunden.

Welchen Traum wollen Sie sich erfüllen?
Binzegger: Genauso wie es zum Wesen einer guten Pizza gehört, lauwarm in einer Pappschachtel an der Tür abgegeben zu werden, gehört es zum Wesen eines Traumes, ihn für sich zu behalten. Sonst geht er nämlich nicht in Erfüllung.

Welches Musikstück würden Sie als persönliche Hymne wählen?
Binzegger: Ich denke oft und gern über Musik nach. Dabei geht es aber um neue Songs für unsere Firmenband oder die Frage, weshalb man bei einem klassischen Konzert erst ganz am Schluss klatschen darf.

Steckbrief

Name: Markus Binzegger

Geboren: 21. November 1965

Zivilstand: Geschieden

Wohnort: Cham

Ausbildung: Lic. oec. publ.

Bisherige Funktion: Leiter Key Account Management, Orell Füssli Wirtschaftsinformationen AG, Zürich

Neue Funktion: CEO, Orell Füssli Wirtschaftsinformationen AG, Zürich