Computer, Drucker und andere Bürogeräte werden immer kleiner. Daher brauchen Schreibtische heute nicht mehr so viel Fläche wie einst. Die neuen Working Stations sind schlanke Designerstücke, die sich für das Home Office eignen. «Die moderne Technik ist der entscheidende Faktor bei der Nachfrage nach kleinen Schreibtischen», sagt Eckart Maise, Chief Design Officer von Vitra, Weil am Rhein. Die zeitgemässen Entwürfe sind meist klein. Sie lassen sich zusammenklappen oder an der Wand flach machen.

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Der Designer Christophe Marchand aus Küsnacht ZH wiederum hat bereits 2012 mit «Wogg 54» einen klaren und leichten Entwurf vorgestellt, der aus einem schwarz lackierten oder verchromten filigranen Stahlgestell und einem Korpus aus weissen Verbundplatten besteht.

Bei Nichtgebrauch unsichtbar machen

Auch der Berliner Designer Michael Hilgers hat sich Entwürfe für das Home Office ausgedacht: Der Sekretär «flatmate» etwa ähnelt einem flachen Schrank. Der Hersteller Müller Möbelwerkstätten wirbt damit, dass das Möbel im geschlossenen Zustand eine Grundfläche von lediglich 0,09 Quadratmetern beansprucht. Es schaffe «einen kleinen funktionalen Arbeitsplatz, der sich bei Nichtgebrauch einfach unsichtbar macht», sagt Hilgers.

Sein Entwurf «flatframe» ist der kleine Bruder von «flatmate». «Ich habe versucht, den Grundgedanken des minimalistischen Sekretärs so weit wie möglich auszureizen», so Hilgers. «Herausgekommen ist ein temporärer Arbeitsplatz, der sich als Bilderrahmen tarnt – sich dementsprechend hinter einer dekorativen Funktion versteckt.»

Auch das Designduo GamFratesi hat sich mit dem Thema Wandsekretär beschäftigt. Für Ligne Roset entwarf das italienisch-dänische Paar das Objekt «Nubo». Das platzsparende Wandtablett erinnert an runde Reisekoffer der 1960er-Jahre. In geöffnetem Zustand bietet es eine funktionelle Arbeitsfläche mit Kabeldurchlass.

All diese Entwürfe haben nichts mehr gemein mit der Steifheit und der Sterilität herkömmlicher Büromöbel. Denn statt reiner Funktionalität und Ökonomie spielen heutzutage auch die emotionalen Aspekte eine wichtige Rolle. Designer Eckart Maise: «Klassische Arbeitssituationen lösen sich auf, und die Nutzer wollen, egal ob im Büro oder zu Hause, ansehnliche Schreibtische haben.»