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Bewerbungen
So finden Google und Co. die besten Leute

Google-Hauptsitz in Kalifornien: Der Netz-Gigant ist einer der beliebtesten Arbeitgeber. Keystone

Firmen wie Facebook, Google und Apple erhalten Unmengen an Bewerbungen. Mit ausgefeilten Strategien stellen die Tech-Firmen sicher, nur die Besten davon einzustellen.

Veröffentlicht am 28.12.2016

Die Technologie-Giganten aus dem Silicon Valley gehören zu den begehrtesten Arbeitgebern. Um am Ende die besten Bewerber einzustellen, setzen Google, Amazon und Co. nicht nur auf harte Fragen im Bewerbungsgespräch. Darüber hinaus haben sie eine ausgefeilte Strategie, die die Bewerber schon früh auf ihre Belastbarkeit prüft, wie die Seite Quartz berichtet. Hier sind die besten Tricks:

1. Vorabgespräche per Telefon zu früh oder zu spät beginnen - oder ganz ausfallen lassen.

Ziel ist es, Leute zu finden, die jederzeit für den Job bereit sind. Jeder kann schliesslich eine Reihe von Standardfragen beantworten, wenn er damit rechnet. Was aber ist, wenn der Bewerber gerade noch geschlafen hat, auf der Toilette ist oder im Sportstudio? Genau das wollen die Firmen auf diese Weise herausfinden.

2. Den Interview-Prozess so kompliziert und unvorhersehbar machen wie möglich.

Weder der Bewerber noch sein Interview-Partner sollten genau wissen, wie das Bewerbungsgespräch abläuft. So soll sich zeigen, wer in einer unklaren Situation am besten reagiert - und nicht ständig genaue Anleitungen braucht.

3. Sicherstellen, dass etwas schief läuft.

Die Präsentation des Bewerbers in einem Raum stattfinden lassen, in dem der Projektor nicht funktioniert oder es keine Internet-Verbindung gibt. Wenn der Kandidat damit souverän umgeht und kein Problem damit hat, sich anzupassen, ist das ein gutes Zeichen für die künftige Zusammenarbeit. Improvisation ist vor allem in der Tech-Welt wichtig.

4. Viele falsche Annahmen machen.

War der letzte Job bei Twitter, dann lautet die Frage: «Wie lange waren Sie bei Yahoo?» Der Tonfall, mit dem der Kandidat antwortet und die Frage korrigiert, sagt viel über dessen Persönlichkeit. Zudem gibt der Trick Hinweise darauf, wie jemand arbeitet, falls etwas schief läuft.

5. Den Kandidat ein tatsächliches Problem lösen lassen.

Tech-Firmen nutzen die Gelegenheit des Bewerbungsgesprächs gerne, um die Kandidaten echte Probleme lösen zu lassen, an denen sie gerade selbst arbeiten. Das ist eine einfache Art, frische Ideen zum Nulltarif zu bekommen - und nebenbei die praktischen Fähigkeiten des Bewerbers zu testen.

6. Häufig die Räume wechseln. 

Der Grund: Der Kandidat sollte nicht zu bequem sein und keine Gelegenheit haben, sich an die Umgebung zu gewöhnen. Ist er dann immer noch begeistert, ist das für die Firmen ein gutes Zeichen.

7. Dieselbe Frage mehrmals stellen.

Vorhersehbarkeit ist in der Welt von Apple, Google und Co. gut und wichtig. Im Bewerbungsgespräch simulieren viele Arbeitgeber dies, indem sie eine Frage mehrmals stellen. So zeigt sich auch, ob ein Kandidat stetig ist und sich nicht widerspricht. 

8. «Good Cop» und «Bad Cop».

Es gibt keine bessere Methode, um herauszufinden, wie gut ein Kandidat in der Lage ist, unter Druck mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bearbeiten. Nimmt er sich Zeit, Fragen von beiden Seiten zu beantworten, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen? Oder erscheint er erschöpft und genervt? 

9. Während des Gesprächs laut auf der Tastatur herumtippen.

Stellen Sie eine Frage und beginnen dann, laut auf der Tastatur Ihres Laptops herumzutippen. Entschuldigen Sie sich und sagen, dass Sie sich nur Notizen machen - welcher Art, lassen Sie offen. Bleibt der Kandidat konzentriert oder verliert er den Faden? Dies ist ein guter Indikator dafür, ob sich jemand leicht von einer Aufgabe ablenken lässt.

10. Monate später anrufen und einen Job anbieten, um den sich der Kandidat nicht beworben hat.

So lässt sich leicht herausfinden, wie sehr ein Bewerber die Stelle wirklich wollte. Wird er versuchen, den Job zu bekommen, um den er sich eigentlich beworben hatte? Nimmt er das neue Angebot an, weil er meint, es sei besser als nichts? Oder lehnt er ab, weil er inzwischen einen anderen Job gefunden hat?

(tsch)

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