Das Verfahren gegen den ehemaligen Finanzchef von Sonova im Zusammenhang mit dem Insiderskandal wird eingestellt. Grund ist, dass Oliver Walker seine Optionen verkauft hatte, bevor er Kenntnisse über die Umsatzzahlen des Hörgeräteherstellers hatte.

Die Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich bestätigte am Montagabend entsprechende Informationen.

Der Verdacht auf Insiderhandel führte im März 2011 zum Rücktritt des Führungstrios des Hörgeräteherstellers. Nebst Finanzchef Oliver Walker nahmen auch Verwaltungsratspräsident Andy Rihs sowie der damalige Konzernchef Valentin Chapero den Hut.

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Im Zentrum des Skandals stand die Gewinnwarnung vom 16. März und zuvor getätigte Aktien- und Optionsverkäufe. Das Unternehmen teilte überraschend mit, es werde im Geschäftsjahr 2010/2011 seine Ziele wegen Problemen in den USA nicht erreichen.

Die anderen Verfahren sind noch am Laufen

Zeitgleich kam ans Licht, dass Führungsverantwortliche in den zwei Wochen vor der Gewinnwarnung Aktien und Optionen ihres Unternehmens im Wert von über 47 Millionen Franken verkauft hatten.

Es bestand der Verdacht des Insiderhandels. Die Staatsanwaltschaft Zürich sowie die Schweizer Börse SIX hatten daraufhin eine Untersuchung eröffnet. Zudem forderten Investoren vom Unternehmen Schadenersatz.

Gemäss der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich wird zum jetzigen Zeitpunkt nur das Verfahren gegen Walker eingestellt. Die anderen Verfahren sind noch am Laufen.

Die Turbulenzen konnten Sonova im vergangenen Geschäftsjahr aber nichts anhaben. Der Umsatz lag mit 1,62 Milliarden Franken so hoch wie noch nie. Unter dem Strich blieben 264,4 Millionen Franken Gewinn.

(rcv/chb/sda)