Zu Wochenbeginn hat der Chef von Italiens schlingernden Airline Alitalia seinen Hut nehmen müssen. Jetzt sucht VR-Präsident Roberto Colaninno einen Nachfolger mit internationalem Profil.

Dabei ist er gemäss dem «Standard» auf den Österreicher Niki Lauda gestossen. Der ehemalige Formel-1-Weltmeister und Luftfahrtunternehmer steht zusammen mit dem Chef der italienischen Staatsbahnen Ferrovie Italiane (FS) zuoberst auf der Kandidatenliste.

Lauda hat sich erst zu Jahresbeginn aus dem Air-Berlin-Verwaltungsrat zurückgezogen, um sich auf seinen Job als Chef des Formel-1-Teams von Mercedes zu konzentrieren. Daneben moderiert Lauda noch Formel-1-Rennen für den Sender RTL.

Nur dank Notkredit überlebt

Unter dem am Wochenende entlassenen Chef Rangetti hat Alitialia 2012 seinen Verlust auf 280 Millionen Euro vervierfacht. Dabei hat die Fluggesellschaft ihre liquiden Mittel fast komplett aufgebraucht, während der Schuldenberg auf eine Milliarde Euro anstieg und das Unternehmen nur dank eines Notkredites von 150 Millionen Euro überleben konnte. Jetzt sucht Alitalia nicht nur eine neuen Konzernchef, sondern auch eine neues Unternehmensmodell für sein Überleben.

Laut dem Standart steht dabei die Gründung einer Billig-Airline zu Diskussion. Niki Lauda hat diesbezüglich einige Erfahrung vorzuweisen und er würde laut einem italienischen Unternehmensberater «das Image der Gesellschaft aufpolieren».

Alitalia hat in den gesamten letzten zehn Jahren nicht einmal einen Gewinn erwirtschaftet.

(rcv/jev)