Junge Beschäftigte zwischen 20 und 30 Jahren sind offenbar schwieriger zu motivieren als ältere. Deutlich höher motiviert sind nach eigenen Angaben Arbeitnehmende ab 50 Jahren. Bis zu einem gewissen Grad scheint es tatsächlich so, als ob mehr Geld zufriedener macht. Das sind Ergebnisse der Jobstudie 2016 des Beratungsunternehmens EY für die im Februar 1000 Beschäftigte in der Schweiz befragt wurden.

Nur gerade ein Fünftel der jungen Beschäftigten bezeichnet sich dabei als hoch motiviert. Das sei ein Alarmsignal, stellt Barbara Aeschlimann, Personalchefin von EY Schweiz fest. Unternehmen müssten sich besser auf die veränderten Bedürfnisse und Ansprüche der jungen Generation einstellen. Gefragt seien heute Führungskräfte, die sich immer weniger als «klassische Chefs», sondern mehr als Mentoren verstünden.

Hochmotivierte ältere Arbeitnehmende

Ganz anders stellt sich die Situation bei den älteren Arbeitnehmenden dar: Über die Hälfte der Generation 60plus ist nach eigener Aussage hoch motiviert bei der Arbeit. Am zweitmotiviertesten ist die Gruppe der über 50-Jährigen (Anteil Hochmotivierte von 43 Prozent).

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Für Aeschlimann ist klar: Die Unternehmen sollten die hohe Motivation der älteren Belegschaft nutzen. Ihr Erfahrungsschatz sei extrem kostbar für die Unternehmen und diese Mitarbeitenden seien in der Regel besonders verantwortungsbewusst und zuverlässig.

Kollegen sind essenziell

Die wichtigste Motivation ist für Schweizer Arbeitnehmende ein gutes Verhältnis zu den Kollegen. Auf den nächsten Plätzen folgen Aspekte wie eine spannende Tätigkeit, günstige Arbeitszeiten und erst an vierter Stelle ein hohes Salär.

Überraschenderweise am meisten Freude an ihrer Arbeit haben offenbar Beschäftigte in Verbänden. Hier liegt der Anteil bei Dreivierteln. Auch fast zwei Drittel der Staatsangestellten sind mit ihrer Tätigkeit zufrieden. Für die Privatwirtschaft wurde ein Wert von 59 Prozent ermittelt.

Mehr Geld macht doch zufriedener

Bis zu einem gewissen Grad scheint es laut der Umfrage so, als ob Geld doch glücklicher mache: Mehr als die Hälfte der Beschäftigten, die mehr als 150'000 Franken brutto im Jahr verdienen, sind nach eigenen Angaben hoch motiviert. Deutlich fällt die Motivation ab bei den Lohnklassen 61'000 bis 80'000 Franken und weniger, nämlich noch auf ein Drittel.

Noch deutlicher sind die Werte bei der Arbeitszufriedenheit: Über 80 Prozent der Beschäftigten mit einem Einkommen ab 150'000 Franken bezeichnen sich als uneingeschränkt zufrieden. Am wenigsten zufrieden sind die Einkommensklassen von 41'000 bis 80'000 Franken.

(sda/ise/ama)