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Staranwalt fordert Freispruch für ehemaligen Swiss-Life-Finanzchef

Lorenz Erni (rechts) schreitet mit seinem Mandanten zur Anhörung. (Bild: Keystone)

Der ehemalige Finanzchef des Lebensversicherers Swiss Life Dominique Morax steht vor Gericht. Nachdem die Staatsanwaltschaft eine unbedingte Freiheitsstrafe beantragt hat, fordert jetzt Verteidiger Lo

Veröffentlicht am 28.03.2012

Der Ex-Swiss-Life-Finanzchef Dominque Morax soll vollumfänglich freigesprochen werden. Das hat sein Verteidiger am Mittwoch vor dem Zürcher Obergericht gefordert. Ausserdem sei auf jegliche Einziehung von Vermögenswerten zu verzichten.

Der Staatsanwalt dagegen hatte am Vortag eine unbedingte Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren beantragt. Ausserdem solle Morax rund 2,5 Millionen Franken aus dem Deliktserlös bezahlen.

Laut Verteidiger Lorenz Erni kann dem früheren Finanzchef indes kein deliktischer Vorsatz nachgewiesen werden. Die Staatsanwaltschaft habe vieles in die Anklage einfach hineininterpretiert, führte Erni aus und lastete der Gegenpartei Einseitigkeit an. In einer kurzen Entgegnung sprach Staatsanwalt Peter Giger von einer systematischen Schädigungsabsicht von Morax. Laut Verteidiger hat Morax zwar gedankenlos gehandelt. Doch sei dies nicht kriminell.

Angeschuldigter war aufgewühlt

Das Schlusswort am zweiten Prozesstag gehörte dem heute 63-jährigen Dominique Morax. Sichtlich aufgewühlt erklärte er, die letzten zehn Jahre seien für ihn extrem belastend gewesen. Er sei von einer erfolgreichen zu einer verachteten Person geworden. Zu keinem Zeitpunkt habe er der damaligen Rentenanstalt schaden wollen. «Ich bin ganz sicher nicht ein Krimineller», erklärte er.

Die Urteilseröffnung soll erst in mehreren Wochen stattfinden. Das Obergericht wird dabei seinen Entscheid öffentlich mitteilen und kurz begründen. Auf eine achtstündige öffentliche Urteilsberatung haben alle Parteien verzichtet. Laut Anklage hat Morax als Finanzchef der Rentenanstalt/Swiss Life mittels verschachtelter Geschäfte über zwei Millionen Franken für sich selbst und weitere Direktoren abgezweigt. Das Bezirksgericht Zürich verurteilte ihn im Oktober 2010 daher wegen mehrfacher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Sechs Monate davon sollte der frühere Topmanager absitzen.

Ausserdem sollte er vom unrecht erlangten Vermögensvorteil rund 391'000 Franken an den Kanton Zürich abliefern und die Gerichtskosten in Höhe von 70'000 Franken tragen.

(muv/sda)

 

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