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Strategie
UBS-Umzug: «40 Prozent sehen ihn positiv»

Martin Blessing: Seit September führt er die UBS Schweiz. Keystone

600 UBS-Mitarbeiter ziehen um nach Biel, weitere 500 nach Schaffhausen. Schweiz-Chef Martin Blessing betont, dass nur jeder fünfte Betroffene angesichts des Vorhabens skeptisch ist.

Veröffentlicht am 04.06.2017

Martin Blessing, der neue Chef der UBS Schweiz, sagt in einem Interview, dass 20 Prozent der Mitarbeitenden dem geplanten Umzug nach Schaffhausen, Biel oder Renens kritisch gegenüber stehen.

Die Umfrage habe aber auch ergeben, dass 40 Prozent der betroffenen Mitarbeitenden positiv reagiert hätten und dass weitere 40 Prozent eine neutrale Einstellung einnähmen, sagte UBS-Schweiz Chef Martin Blessing in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Drittes Projekt entlang der Gotthardroute

Ende Mai war bekannt geworden, dass die UBS aus Kostengründen Hunderte von Mitarbeitende nach Biel und Renens auslagern will, nachdem die Bank bereits letztes Jahr eine Auslagerung von Stellen nach Schaffhausen kommuniziert hatte.

Zudem ist ein drittes Projekt für ein sogenanntes Service-Zentrum entlang der Gotthardroute vorgesehen. Die Mitarbeitenden in diesen Zentren werden unterstützende Funktionen ausführen.
Die UBS sieht sich, wie andere Banken auch, einem hohen Kostendruck ausgesetzt. Die Grossbank ist zwar mit einem Gewinnwachstum von 4 Prozent ins Geschäftsjahr 2017 gestartet, «aber die tiefen Zinsen bremsen das Geschäft«, sagte Blessing. Wegen der Negativzinsen könnten die Kundengelder nur schwer gewinnbringend angelegt werden.

Personalkosten sinken später

Durch den Umzug von bis zu 500 Mitarbeitenden nach Schaffhausen, weiteren bis zu 600 nach Biel und den Ausbau des Service-Zentrums im waadtländischen Renens spart die UBS unmittelbar bei den Mieten. «Bei den Personalkosten sparen wir zunächst nichts, weil die Mitarbeiter ja umziehen», räumte Blessing ein. Erst mit der Zeit würden über die Fluktuation auch leicht die Löhne sinken.

Die liegen in Biel für einen Informatiker rund 6 Prozent tiefer als in Zürich, laut Bundesamt für Statistik. Bei den Mieten spart die Grossbank sofort. Sie hat in Biel 7770 Quadratmeter Bürofläche angemietet. Dafür dürften dort fast 3 Millionen Franken Miete weniger fällig werden als für eine vergleichbare Fläche in der Limmatstadt, hat der «Tagesanzeiger» berechnet.

Martin Blessing hört genau zu

Den Umzug verantwortet jetzt Martin Blessing. Bevor dieser im letzten September zur UBS gestossen war, hatte der Deutsche während acht Jahren die Commerzbank geführt. Zur Führungskultur in beiden Ländern sagte er, er habe gedacht, in Deutschland seien die Firmen hierarchischer organisiert. «Nun bin ich mir nicht sicher, ob es umgekehrt ist.»


In der Schweiz müsse man genauer zuhören, weil Meinungen oder Kritik «subtil angedeutet» werden. «Schweigen bedeutet nicht einfach Zustimmung.»

(sda/me)

 

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