Der US-Milliardär und Investor Paul Tudor Jones wird vom Finanznachrichtendienst «Bloomberg» dahingehend zitiert, dass Kinderkriegen den Fokus einer Frau verschiebe – und zwar nicht im positiven Sinne. In einem Film (siehe unten) ist Jones mit der Aussage zu hören, dass die Geburt eines Kindes ein «Killer» für die Fähigkeiten einer Frau sei, sich im Makro-Handel zu engagieren. So werde es niemals so viele «grosse» weibliche Investoren geben wie männliche, denn die Aufmerksamkeit der Frauen sei nach dem Kinderkriegen abgelenkt.

Bei der gefilmten Diskussionsrunde an der University of Virginia liess sich Jones sogar zur Aussage verleiten: «Sobald die Lippen eines Babys die Brust einer Frau berühren – vergessen Sie es.» Natürlich haben seine Worte in den USA eine riesige Welle der Empörung ausgelöst.

Rückzug in die Defensive

Nachdem die Videos diese Woche veröffentlicht wurden, ging Jones in die Defensive und versuchte, seine Worte zur relativieren. Demnach seien seine ursprünglichen Äusserungen «spontan» gewesen – und er habe sogar seinen drei Töchtern geraten, in den Makro-Handel zu gehen. So könnte jeder Mann und jede Frau alles erreichen, worauf sie sich mit Herz und Verstand konzentrierten.

Seine Worte im Film hätten sich auf globale Marko-Händler bezogen, die 24 Stunden am Tag bereit sein müssten und wovon es weltweit wohl nur wenige tausend erfolgreiche Teilnehmer gäbe.

Und der Gründer des 13 Milliarden schweren Hedgefonds Tudor Investment Corp. schrieb in seinem Erklärungsversuch weiter: «Lebensereignisse wie etwa Geburt, Scheidung, Tod eines Geliebten sowie andere emotionale Hochs und Tiefs sind Hürden beim Erfolg in diesem speziellen Gebiet der Finanzen.»

Makro-Händler versuchen von makroökonomischen Trends zu profitieren und engagieren sich auf den weltweiten Märkten für Aktien, Obligationen, Devisen und Rohstoffen.

Anzumerken ist, dass in mehreren Studien über geschlechtsspezifisches Investitionsverhalten jeweils die Fähigkeiten der Frauen hervorgehoben werden, dabei rationaler und vorsichtiger als Männer zu handeln.

(rcv/vst)


Paul Tudor Jones mit seinen umstrittenen Äusserungen an einem Symposium der University of Virginia