Der abtretende Novartis-Präsident Daniel Vasella verteidigt Interview mit dem SonntagsBlick seine hohen Gehälter. «Es entsprach weitgehend dem Markt für Spitzenkräfte», sagte Vasella. Zudem hätte er einen entsprechenden Gegenwert geliefert. «Allein zwei Deals, bei denen ich entscheidend eingriff, haben mein gesamtes Gehalt wesentlich übertroffen.»

Auf die Frage, ob er sein Geld wert gewesen sei, antwortete der Spitzenmanager im SonntagsBlick: «Rational gesehen, ja. Die Reaktionen auf meine Gehälter sind aber emotional.» Es sei nie sein Ziel gewesen, viel Geld zu verdienen. «Es hat sich ergeben.»

Ob Gehälter in seinem Umfang gerechtfertigt sind, meine Vasella: «Geld ist relativ. Das Salär soll fair und konkurrenzmässig sein. Eine Firma muss sich überlegen: Wie viel zahlt man, was ist der Gegenwert? Es gibt nichts Dümmeres, als einen Bewerber, den man will, wegen einem zu hohen Lohn nicht einzustellen.»

Verständnis für die Abzocker-Initiative

Er zeigt gewissen Sympathien für die Minder-Initiative. «Ja, ich habe Verständnis für die Anliegen der Minder-Initiative, aber keine Sympathien, da sie für die Schweiz destruktiv wären», sagt Vasella im SonntagsBlick. «Zudem würde es Jahre dauern, bis sie umgesetzt ist. Der Gegenvorschlag hingegen würde sofort zum Gesetz und liesse den Aktionären mehr Wahlmöglichkeiten. Als gut verdienender Manager müsste man also schon fast für die Initiative sein, weil sich dann jahrelang nichts ändert.»

Er wehre sich nicht gegen das Abzocker-Label, sagte Vasella zu SonntagsBlick. «Für mich zählt nur, was meine Kinder und meine Frau von mir denken, das ist mir wichtig.»

Er hält einen Abzug der Novartis aus der Schweiz für nicht ausgeschlossen. «Alle Konzerne müssen sich periodisch überlegen, ob die Schweiz der richtige Ort ist, vor allem wenn es zu Umbrüchen kommt.»

Anzeige

(rcv)