Was in der Schweiz Rang und Namen hat, erschien in opernreifer Aufmachung. Von der Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch bis zur Eiskunst-Europameisterin Sarah Meier - alle tummelten sie sich auf dem obligaten roten Teppich.

Auftakt des Anlasses bildete Bligg, Mundart-Rapper und Abräumer des Abends, der seinen sozialkritischen Hit «Chef» zum Besten gab. In seinen Dankesreden fokussierte er sich auf den noch sehr ausbaufähigen Schweizer Musikmarkt und bedankte sich bei allen, die mit Albumkäufen und Konzertbesuchen nationale Künstler unterstützen. Routiniert führte das junge Moderatoren-Duo Melanie Winiger und Marco Fritsche durch den Abend.

Während 90 Minuten wurden Preise übergeben, unterhaltsame und prägnante Reden gehalten, Tränen vergossen und, wie es sich für einen Musikevent gehört, ordentlich die Bühne gerockt. Was allerdings für Stirnrunzeln sorgte, waren die internationalen Auszeichnungen. Da das Fernbleiben von Showgrössen wie Eminem oder Shakira ohnehin absehbar war, hätte man von solch grossen Fischen doch lieber die Finger gelassen. Einzig Amy Macdonald, die auch in den vergangenen drei Jahren diverse Swiss Music Awards entgegennehmen durfte, beehrte das Publikum mit ihrer Anwesenheit. Auf einen Auftritt der Schottin wartete man allerdings vergeblich.

Einen der Höhepunkte stellte das aufwühlende Tribut an den im letzten Jahr verstorbenen Gotthard-Sänger Steve Lee dar. Es berührte die Gäste dermassen, dass am Ende sogar Standing Ovations folgten. Für Aufmunterung sorgte alt Bundesrat Moritz Leuenbergers originelle Rede über seine Bekanntschaft zu Polo Hofer. Der Berner bot nach der Verleihung des «Outstanding Achievement Award» eine typische Show à la Polo National - sein Tequila-geladener Auftritt sorgte für gute Stimmung im Saal und war somit der perfekte Übergang zur Aftershowparty.

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Nach der Preisverleihung wurde bis tief in die Nacht gefeiert. Doch trotz buntem Publikum blieb die grosse Überraschung an diesem Abend aus.