Die Experten sind sich darüber einig: Die Talsohle der Wirtschaftskrise ist durchschritten. Zuoberst auf der Rangliste der zehn grössten Herausforderungen für das laufende Jahr steht Innovation. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Sprung von acht Rängen nach vorne auf dem Trendbarometer des Fachmagazins «io new management».

«Trotz und gerade in der Krise müssen Unternehmer Innovationen vorantreiben», rät Fritz Fahrni, emeritierter Professor der ETH Zürich und der Universität St. Gallen. Er führt weiter aus: «Innovationen in Produkte und Prozesse zahlen sich zwar erst mit dem Aufschwung aus, sind dann aber ein echter Konkurrenzvorteil. Dies setzt allerdings unternehmerische und finanzielle Unabhängigkeit voraus.»

HSG-Kollege Hubert Oesterle ergänzt: «Die hoch entwickelten Länder müssen den Innovationswettbewerb gewinnen.» Für KOF-Leiter Jan-Egbert Sturm heisst das: «Unternehmen müssen eine Unique-Selling-Position anstreben.» Der Trend geht für ihn eindeutig in Richtung Spezialisierung.

Platz zwei teilen sich die Globalisierung (plus zwei Ränge) und das Kostenmanagement (neu). Die vorjährig grösste Herausforderung, die Wirtschaftskrise, ist etwas in den Hintergrund gerückt und befindet sich neu auf Platz vier. Punktegleich rangiert die Fokussierung auf die Kunden, die erstmals im Trendbarometer erscheint. Die Ränge sechs, acht, neun und zehn sind ebenfalls alles Neuzuzüger, sprich neue Themen, die Unternehmer beschäftigen: Skills und Motivation, Standort Schweiz, die Wirtschaftsentwicklung und die demografische Entwicklung. Nachhaltigkeit und Klimawandel hat im Vergleich zum Vorjahr vier Ränge eingebüsst und rangieren neu auf Platz sieben. Aus den Top Ten verabschiedet haben sich: Rezession, Führung, Kampf um Talente, Rohstoffpreise, Wachstum und Preispolitik.

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Bewährte Delphi-Methode

Wie kommen diese Trendaussagen zustande? Das «io new management»-Trendbarometer stützt sich dabei auf die Delphi-Methode. Im ersten Teil der schriftlichen Umfrage nennen die Experten die wichtigsten Einflussfaktoren, mit denen sich Unternehmer in den nächsten zwölf Monaten konfrontiert sehen. In einem zweiten Schritt bewerten die Experten die Einflussfaktoren gemäss einer Punkteskala. Die Summe der Bewertungen ergibt die Rangliste.