Am Internetauftritt des Schaffhauser Industriekonzerns Georg Fischer (GF) gibt es nichts zu kritisieren: «GF betreibt eine Website auf allgemein hohem Niveau, die im Bereich Reporting mit Glanzstücken aufwartet.» Dies die qualitative Bewertung einer Jury, welche die zehn besten Websites einer zusätzlichen Prüfung unterzogen hat. Die quantitative Bewertung wurde durch den Medienverlag Edition Renteria SA zusammen mit Studierenden der Hochschule für Wirtschaft in Zürich durchgeführt. Sie nahmen die Websites von rund 250 Schweizer Unternehmen unter die Lupe.

GF «brilliert»

Wie schon letztes Jahr erzielt GF (www.georgfischer.com) den Spitzenplatz dank einer übersichtlich gegliederten, informativen, einfach zu navigierenden Website. Die Sieger-Site brilliere crossmedial mit einer konsequent aufs Web umgesetzten Version des Geschäftsberichts, schreibt Natascha Wey von Edition Renteria: «Inhaltlich sind dies beispielsweise Übersichten von Wettbewerbern, Analystenempfehlungen, ferner eine Zahlenexportfunktion in Excel sowie eine umfassende FAQ.»

Im Unterschied zum letztjährigen Ranking haben sich Edition Renteria und HWZ dieses Jahr auf börsenkotierte Schweizer Unternehmen beschränkt; eine Jury aus Spezialisten unter Leitung von Bernhard Schweizer hat den zehn bestplatzierten Unternehmen zusätzlich Punkte vergeben.Unter den Top Ten zeigen sich einige Veränderungen: Auf Platz zwei platziert sich Aufsteiger Credit Suisse (www.creditsuisse.com) mit einer eindrücklich bebilderten, informativen Site in attraktivem Layout. «Interessant sind die eingestreuten Presseberichte, die Information ist gekonnt auf die Zielgruppe «Investor Relations» abgestimmt», urteilt die Jury. Die CS gewinnt das bankeninterne Duell gegen die UBS, die innert Jahresfrist vom 3. auf den 13. Rang abgerutscht ist.

Den 3. Platz belegt der Pharmariese Roche (www.roche.com; Vorjahr Platz acht), der seinen Extra-Teil für Investor Relations mit einem Fachwörter-Glossar ergänzt. «Positiv fallen auch die klare Struktur auf und die Möglichkeit, die Textgrösse individuell einzustellen», hält die Jury weiter fest. Dagegen kritisiert sie die mehrstufige Navigationsleiste, die gewöhnungsbedürftig sei und anfangs mehr verwirre als helfe.

Versicherer fallen ab

Dicht hinter Roche folgt Konkurrent Novartis auf Platz vier, die im letzten Jahr noch auf Rang 17 lag. Mit Novartis belegen Sonova und Straumann punktgleich den 4. Platz, dahinter folgen Rieter auf dem 7., AFG und Nobel Biocare gemeinsam auf dem 8. Platz und Oerlikon auf dem 10.

Zwar bewertet die Jury die Unternehmen nicht mehr nach Branchen, doch lassen sich einige branchenspezifische Unterschiede feststellen. Hinter CS und UBS erreichen mit Julius Bär und Bank Sarasin (punktgleich auf Rang 13) und mehreren Kantonalbanken gleich einige Finanzinstitute gute Plätze. Dagegen fallen Versicherer und Rückversicherer klar ab; erst auf Rang 18 erscheint die Vaudoise als erster Versicherungskonzern, weiter folgen Bâloise (Rang 25), Swiss Life und Swiss Re (beide Rang 31).

Unter den Letztplatzierten befinden sich neben wenig geläufigen Namen auch einige bekannte wie Orascom, die das Schlusslicht bildet, ausserdem Bellevue, Migrosbank, Golay, Fenaco, Winterthur Technology und SV Group. Ebenfalls schlecht bewertetet wird die Schweizer Site von Nestlé; wie schon letztes Jahr kann sie den Vergleich mit dem digitalen Auftritt des Konzerns (www.nestle.com) nicht aufnehmen.

Anzeige