HANDYMARKT. Zum Glück gibt es aber auch inoffizielle Kanäle. Beim Handyverkäufer GT & Consulting in Taverne TI war das iPhone schon im Herbst erhältlich. Die Firma bezog es über einen Mailänder Händler, der direkt aus den USA importierte. Das Gerät kostete 1499 Fr., mit einem Sunrise-Abo für zwei Jahre 919 Fr. Seit Mitte November ist es aber ausverkauft, und der Nachschub via Mailand ist in Taverne im Moment versiegt.

Über die offiziellen Verkaufskanäle in der Schweiz hingegen lässt das Kulthandy aus den USA auf sich warten. Im vergangenen Sommer wurde das iPhone von Apple auf diesen Herbst hin angekündigt. Inzwischen ist es Winter geworden, und das Handy ist seit einigen Wochen in Deutschland, England und Frankreich auf dem Markt. Nicht aber in der Schweiz.Beim fürs Massengeschäft entscheidenden offiziellen Vertrieb wird wohl kein Weg an Apple vorbeiführen. Und da heisst es vorderhand: Weiter warten. «Vor Ostern wird das iPhone in der Schweiz kaum in den Verkauf gelangen», glaubt Mobilezone-Chef Martin Lehmann.

Asien konkurriert Schweiz

Lehmann wäre auch nicht überrascht, wenn es gar noch länger dauern würde. Dann nämlich, wenn Apple dem asiatischen Markt höhere Priorität einräumen würde als den kleinen europäischen Ländern. Ein weiterer Grund für die Verzögerung könnte sein, dass Apple erst dann das Gerät hierzulande lancieren möchte, wenn es mit einem Chip für das UMTS-Netz ausgerüstet werden kann. Apple Schweiz will sich zu diesen und ähnlichen Spekulationen im Zusammenhang mit dem iPhone nicht äussern. Offen bleibt auch, ob Apple sein in anderen Ländern favorisiertes Verkaufsmodell mit einem jeweils landesweit exklusiven Verkäufer in der Schweiz durchsetzen wird. In Deutschland ist T-Mobile exklusiver Verkäufer, wobei das Gerät nur zusammen mit einem zweijährigen T-Mobile-Abo erhältlich ist. Es ist aber unklar, ob eine solche Verkaufspraxis in der Schweiz den wettbewerbsrechtlichen Bestimmungen standhalten würde. «Wir rechnen damit, dass wir nach Bekanntgabe des Verkaufszuschlages wegen der Exklusivität Klagen erhalten werden», sagt Patrik Ducrey, Sprecher der Wettbewerbskommission (Weko). Es sei dann zu klären, ob der exklusive Vertrieb des iPhone den Wettbewerb im Mobilfunkmarkt erheblich beeinträchtige.

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Alternativen zum iPhone

Keine Bedenken sieht in diesem Zusammenhang Mobilezone-Chef Lehmann. «Das von Apple praktizierte Geschäftsmodell ist längst allgemein akzeptiert.» Zudem könne auch nicht von einem Monopol gesprochen werden, denn die Konsumenten könnten schon heute verschiedene vergleichbare Geräte kaufen. Tatsächlich ist das iPhone funktionell nicht revolutionär. Es gibt jetzt schon andere Handys auf dem Markt, mit denen man ebenfalls telefonieren, Musik hören, im Internet surfen, Filme schauen, E-Mails verschicken und fotografieren kann, wie etwa das Sony Ericsson P1i, das Nokia N95 oder das Samsung Giorgio Armani.