Wells-Fargo-Chef John Stumpf muss wegen des Scheinkonten-Skandals bei der Bank auf Aktienoptionen im Wert von rund 41 Millionen Dollar verzichten. Während der internen Ermittlungen zu den Verkaufspraktiken des Geldhauses beziehe der Vorstandschef auch kein Gehalt, teilte Wells Fargo weiter mit.

Dies gehört zu den schärfsten Sanktionen, die bislang gegen einen Bank-Chef verhängt worden sind und markiert eine Kehrtwende in der Branche. Vor ein paar Jahren noch durften trotz folgenschwerer Skandale Banken-Vorstände ihre Bonuszahlungen behalten.

Verantwortung übernommen

Stumpf hatte vor einem US-Bankenausschuss die Verantwortung für «unethische Verkaufspraktiken» in seinem Haus übernommen. Wells-Fargo-Mitarbeiter sollen Kunden zu kostspieligen Finanzprodukten überredet haben, die diese weder angefordert noch gebraucht haben. Die Banker wollten offenbar ehrgeizige Verkaufsziele erreichen. Insgesamt richteten sie mehr als zwei Millionen falscher Konten ein.

Die Bank hatte sich jüngst mit mehreren US-Behörden auf einen Vergleich geeinigt und zahlt nun eine Strafe von rund 190 Millionen Dollar. In Folge des Skandals hat die Bank bereits 5300 Mitarbeiter entlassen. John Stumpf ist seit 2007 CEO und Präsident von Wells Fargo.

(reuters/ise)