Im Juni tritt Robert Zoellick als Chef der Weltbank zurück. Das Kandidatenkarussell für dessen Nachfolge ist gut bestückt - dies obwohl prominente Namen wie US-Aussenministerin Hillary Clinton oder Finanzminister Timothy Geithner desinteressiert abgewunken haben. Heute Freitag endet bei der internationalen Finanzorganisation die Nominierungsphase für den neuen Präsidenten. 

«Handelszeitung Online» hat in einer Bildergalerie die potenziellen Kandidaten und Namen zusammengetragen, die im Zusammenhang mit Zoellicks Stuhl im Gespräch sind - respektive waren. Brisant ist die Diskussion um die Nachfolge des 58-jährigen Amerikaners deshalb, weil das Amt nicht frei von politischen Interessen ist. So teilen sich Europa und die USA die Spitzenposition der beiden Bretton-Woods-Institutionen Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF), an dessen Spitze aktuell die Französin Christine Lagarde sitzt.

Schwellenländer erheben Ansprüche

«Zum ersten Mal seit langer Zeit befinden sich zahlreiche Entwicklungsländer auf Erfolgskurs, und die Liste der positiven Entwicklungen wird immer länger», hält der indische Nationalökonom Arvind Subramanian auf «Handelszeitung Online» fest. «Das bedeutet, dass viele der ärmsten Länder auf die Darlehensvergabe der Bank zu Vorzugsbedingungen nach und nach nicht mehr angewiesen sein werden.»

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Entsprechend wird der Widerstand heftiger: Weshalb müssen die USA die Weltbank führen, heisst es eine unter den 187 Mitgliedsländern immer wieder gestellte Frage. So ist es nicht verwunderlich, dass die aufstrebenden Regionen auch dieses Mal eigene Bewerber ins Rennen schicken. Trotzdem - so sind sich Beobachter einig: Die Stunde der Schwellenländer an der Spitze der Weltbank scheint noch nicht gekommen. 

(vst)