Logos unterscheiden sich durch ihre Form und Farbe. Was ist eigentlich wirkungsvoller, die Form oder die Farbe?
Michael Renner: Über diese Frage streiten sich Designer und Wissenschaftler seit Jahrzehnten. Sie lässt sich nicht eindeutig beantworten. Das Logo von Ikea zum Beispiel verbindet jeder sofort mit den Farben Blau und Gelb. Das Nestlé-Logo erkennt man dagegen aufgrund der Form und der Typografie.

Und wie gehen Profis vor?
In der Praxis hat sich durchgesetzt, dass man zuerst die Form designt und danach verschiedene Farben ausprobiert. Die Form wird also als wichtiger angesehen. Das liegt daran, dass es viele Printmedien in schwarz-weiß gibt. Außerdem werden Farben nicht immer im richtigen Ton dargestellt, manchmal verändern auch die Lichtverhältnisse den gewünschten Ton. So viele Hindernisse gibt es bei der Darstellung der Form nicht.  

Viele Logos sind heute schlicht, wirken fast unscheinbar. Woran liegt das?
Das Logo selbst soll keine feste Aussage machen, sondern dient als Projektionsfläche. Deshalb sind viele Logos so reduziert, Form und Farbe so zurückgenommen. Konsumenten sollen ihre eigenen Erfahrungen auf das Logo übertragen können. Dieser Raum für individuelle Assoziationen fehlt, wenn ein Logo eine bestimmte Situation oder ein Gebäude abbildet.  

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Das hat allerdings zur Folge, dass viele Logos sich ähneln. Nur die wenigsten Unternehmen verzichten auf schlichte Designs. Werden solche Logos für Kunden nicht uninteressant?
Auf jeden Fall. Es gibt etwa unzählige Logos mit Kreisen. Mal ist ein Strich drin, mal zwei oder der Name des Unternehmens. Davon will ich keine mehr sehen. Solchen Trends sollten Unternehmen nicht nacheifern. Damit verschenken sie den Wiedererkennungswert.

* Michael Renner ist Leiter des Instituts Visuelle Kommunikation der Fachhochschule Nordwestschweiz

 

 

 

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