Stift rausholen, Seite aufschlagen, Termin eintragen, fertig. So einfach lässt sich ein Taschenkalender handhaben. Doch das war einmal. Die Internet-Gesellschaft setzt auf digitale Kalender: Einmal notiert, werden Termine automatisch auf Smartphone, Tablet-PC und Laptop des Nutzers per Internet übertragen. So bleiben Nutzer von Digital-Kalendern immer auf dem aktuellen Stand und werden im besten Fall von jedem Gerät aus, das sie nutzen, an ihre Daten erinnert.

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Die Übertragung zwischen Geräten, also die Synchronisation, geht schnell. Mit wenigen Klicks haben Nutzer ihren Alltag geplant und können weltweit auf ihre Termine zugreifen – Internet über das Mobilfunknetz macht es möglich.

Praxis sieht oft anders aus

Das klingt alles wunderbar. Das Problem ist nur, dass es so meist nur in der Theorie funktioniert. Die Kalender-Synchronisation zwischen Smartphone, Tablet und Laptop gelingt nämlich nur einwandfrei, solange Nutzer ihre Endgeräte innerhalb einer Produktfamilie kaufen.

Zum Beispiel ausschliesslich Geräte der Hersteller Android, Apple oder Microsoft nutzen. Wollen sich Konsumenten nicht an einen Hersteller binden, wird das fehlerfreie Verwalten von Terminen zwischen Geräten unterschiedlicher Hersteller immer schwieriger – und in letzter Zeit ist es durch mehrere Massnahmen grosser Anbieter fast unmöglich geworden.

IT-Riesen erschweren Synchronisation

Denn die IT-Giganten Microsoft, Google und Apple schotten ihre Kalender-Systeme immer weiter voneinander ab. Anfang August dieses Jahres nahm etwa Google sein Programm Calendar Sync vom Markt, das es ermöglichte, einen Google-Kalender mit Microsofts E-Mail- und Kalender-Software Outlook zu synchronisieren. Microsoft hingegen beendete die Synchronisationsoption seiner Betriebssysteme Windows 8 und Windows RT für mobile Geräte mit Google-Diensten bereits vor einem guten halben Jahr.

Auch Apple macht es den Nutzern seines Betriebssystems iOS neuerdings deutlich schwerer, ihre Termine vom digitalen Kalender iCal in einen Outlook-Kalender zu übertragen. Seitdem Microsoft im vergangenen Jahr eine neue Version seines Programms herausgebracht hat, berichten viele Nutzer von Fehlern bei der Synchronisation. Die Kalender lassen sich nur noch mit komplizierten Umwegen oder Drittprogrammen verlässlich miteinander verbinden.

Nutzer sind frustriert

In Internet-Foren beklagen viele Nutzer, dass sie dennoch mehrere Stunden mit einem Service-Mitarbeiter der Hersteller telefonieren mussten, bevor die Alternative zu der bisherigen Lösung funktionierte. Eine unkomplizierte Handhabe der Kalender sieht natürlich anders aus. Vor allem für Anwenderinnen und Anwender mit vielen Geräten.

Denn die gekappte Schnittstelle zu Microsofts Programmen wird besonders für Nutzer zum Problem, die ihren privaten Kalender auf dem Smartphone mit ihrem Terminkalender am Arbeitsplatz synchronisieren wollen. Denn am Arbeitsplatz ist Microsofts Windows – und damit Outlook – seit Jahrzehnten das meistverwendete Betriebssystem.

Zahlreiche Apps unbekannter Entwickler

Nichtsdestotrotz gibt es immer noch einen unkomplizierten Weg für Konsumenten, den Handelskrieg der IT-Giganten zu umgehen: Anstatt die vorinstallierten Programme der Hersteller zu nutzen, können Nutzer auf zahlreiche Kalender-Apps unbekannter Software-Entwickler und kleiner Design-Studios zurückgreifen. Viele dieser Apps bieten die gleichen Funktionen wie die Standardprogramme und lassen sich problemlos mit den Diensten der IT-Riesen synchronisieren, weil sie unter dem Radar der grossen Firmen laufen und dennoch Hunderttausende Nutzer überzeugen – davon zeugen die exzellenten Bewertungen im Apple- und Android-Store.

Darüber hinaus bieten die Kalender kleinerer Hersteller häufig zusätzliche Funktionen, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten. Zum Beispiel lassen sie sich mit sozialen Netzwerken verbinden. Manche Kalender-Apps navigieren ihre Nutzer sogar direkt zum nächsten Termin, sodass sie pünktlich dort ankommen, oder zeigen ihrem Besitzer, bei wem er sich schon lange nicht mehr gemeldet hat und für wen er daher dringend einen Termin einrichten sollte.

Integrierte Wetterprognose

Dazu verbinden sich die Apps mit Navigations-Diensten wie Google Maps und horchen dabei sogar auf den Verkehrsfunk. Nicht zuletzt sind die integrierten Wettervorhersagen nützlich, wenn man beispielsweise rechtzeitig darauf hingewiesen wird, dass man den Apéro doch noch in das Innere eines Restaurants verschieben sollte.

Allerdings gibt es Dutzende Kalender-Apps sowohl für Apple- als auch Android-Geräte – die Auswahl ist schwierig. Wir stellen deshalb spannende Kalender-Apps für Apple- und Android-Geräte vor, die es Nutzern erlauben, ihre Termine mit Leichtigkeit zu synchronisieren – und dabei mit nützlichen Zusatzfunktionen überraschen. Für alle Apps gelten aber die gleichen Grundanforderungen: Schneller und überall möglicher Zugriff auf die Termine, individuell anpassbare Übersicht, intuitive und leichte Navigation.