Anlagefonds sind nach wie vor die beliebteste Investmentform der Schweizer Anleger. Die über 6000 in der Schweiz zugelassenen Fonds machen aber die Auswahl nicht leicht auch deshalb, weil nur eine Elite in der Lage ist, Mehrwert zu liefern. Einer kleinen Schar von Fondsmanagern ist es aber auch 2009 gelungen, mit überduchschnittlichen Leistungen auf sich aufmerksam zu machen (siehe Tabelle).

Einzelne dieser Fonds setzten dabei alles auf eine Karte und konnten so von einmaligen Marktgelegenheiten profitieren. So liegt etwa der Fonds mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis, der Indexfonds Lyxor ETF DJ Stoxx 600 Basic Resources, dank dem jüngsten Rohstoffboom vorn.

Die Krux mit den Tiefstzinsen

Gerade die gegenteilige Strategie verfolgen Geldmarktfonds, die vorab wegen ihren stabilen Renditen gesucht sind. Von den zehn grössten Schweizer Fonds fallen fünf in diese Kategorie; trotz der gegen Null tendierenden Zinsen konnte der Vontobel Fund Swiss Money B CHF im letzten Jahr besonders gut abschneiden.

Das Vehikel setzte dabei auf hohe Bonität und die selektive Beimischung von Unternehmensanleihen. «Die 2009 absolut erzielte Rendite wird 2010 voraussichtlich nicht wiederholbar sein, das allgemeine Zinsniveau ist dafür zu tief gesunken», mahnt jetzt jedoch Jürg Bretscher, Portfoliomanager Frankenanleihen bei Vontobel. Im Vergleich zu anderen Produkten ist der Fonds aber auch dieses Jahr gut unterwegs. Wer es dem Fonds gleichtun will, hält sich an ein einfaches Rezept: «Die Anlagen aktiv bewirtschaften, keine grossen Einzelrisiken eingehen, in Panikzeiten die Nerven behalten und Opportunitäten nutzen sowie in euphorischen Zeiten auch einmal die letzten 2-3 Kursprozente anderen überlassen», rät Bretscher.

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Vom Bond-Boom profitieren

Der erfolgreichste Obligationenfonds des letzten Jahres, der Bonhôte Selection von der Neuenburger Privatbank Bonhôte, wagt deutlich mehr Risiko und investiert in eine Mischung aus hochverzinslichen Anleihen und Bonds aus den Schwellenländern. «Schwache Renditen auf Staatsanleihen und die noch in Geldmarktfonds angelegten Mittel fliessen in riskantere Anlagen», so Françoise Mensi, Portfoliomanagerin bei Bonhôte. Daher sei auch für die Zukunft ein schönes Potenzial vorhanden. Sie empfiehlt aber, bei riskanteren Anlagen auf eine breite Diversifikation zu achten, da diese Märkte stark auf schlechte Nachrichten reagieren können.

Das bekam auch der aktiv gemanagte Fonds mit der schwächsten Performance 2009 zu spüren: Der Parvest Credit Strategies C von BNP Paribas ist ebenfalls ein Obligationenfonds. Bei BNP Paribas wollte man zum dürftigen Abschneiden des Produkts keine Stellung nehmen. Dass es auch anders geht, zeigt der stärkste Anlagestrategiefonds, der aus demselben Haus stammt. Der FundQuest International investierte in Aktien aus den Schwellenländern. Auch wenn diese Märkte weiterhin sehr volatil sind, geht das Fondsmanagement von einem anhaltenden Wachstumstrend in diesen Regionen aus. Anleger sollten jedoch erst allfällige Korrekturen abwarten, bevor sie sich dort engagieren, so BNP Paribas.

Hauptsache Nebenwerte

Der beste Schweizer Aktienfonds 2009, der RFP Small & Mid Caps, stammt vom unabhängigen Vermögensverwalter Rieter Fischer Partners. «Nebenwerte haben in der Vergangenheit Blue Chips signifikant übertroffen, dies dürfte sich auch in Zukunft nicht ändern», so Patrick Rieter von Rieter Fischer Partners.

Die Selektion der Wertpapiere basiert beim Vermögensverwalter auf einer eigenständigen fundamentalen Aktienanalyse. Die drei aktuellen Top-Picks des Zürcher Unternehmens sind Spezialsägenherstellerin Meyer Burger, Technologiegruppe Cicor und Hörgerätespezialisten Sonova.Unter den extremen Marktängsten zu Beginn des letzten Jahres litten auch die Titel des weltweit investierenden Classic Global Equity Fund der Schwyzer Vermögensverwalter Braun, von Wyss und Müller. Die Manager hielten aber an den Unternehmen fest, da sie von deren Geschäftsmodelle überzeugt sind. In der Folge konnte der US-Autovermieter Avis Budget stark zulegen, ebenso der Personalvermittler Randstad und der Fototechnikexperte Agfa-Gevaert.

Geduld zahlt sich aus

Auch für das begonnene Jahr 2010 sind die Manager des Produktes zuversichtlich. «Im nervösen Marktumfeld werden sich weiterhin gute Chancen ergeben, stark unterbewertete Titel zu finden», hofft Georg von Wyss, Partner bei Braun, von Wyss und Müller. Diese Werte dürften dann aber nicht nur kurz im Depot gehalten werden. «Privatanleger sollten über einen mittelfristigen Anlagehorizont verfügen und langfristig in gesunde Firmen investieren», so von Wyss.