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Paukenschlag
Zurich-Konzernchef Senn nimmt den Hut

Martin Senn: Er war sechs Jahre an der Spitze des Versicherers. Keystone

Sechs Jahre lang leitete Zurich-CEO Martin Senn die Geschäfte des Versicherers, nun ist Schluss. Vorübergehend übernimmt Verwaltungsratspräsident Tom de Swaan die Leitung.

Veröffentlicht am 01.12.2015

Nach Problemen im Hauptgeschäft Schadenversicherung tritt Zurich-Konzernchef Martin Senn mit sofortiger Wirkung zurück. Verwaltungsratspräsident Tom de Swaan übernehme die Konzernleitung interimistisch, teilte der fünftgrösste europäische Versicherungskonzern am Dienstag mit. Ein Nachfolger für Senn werde gesucht. Der Rücktritt habe keinen Einfluss auf die strategische Ausrichtung oder die finanziellen Ziele von Zurich.

«Wir mussten in den vergangenen Monaten einen Rückschlag einstecken, aber ich bin sicher, dass wir die richtigen Massnahmen getroffen haben, um unsere Ziele zu erreichen», erklärte Senn in der Mitteilung. Zurich gehe weiter davon aus, bis 2016 das Eigenkapitalrendite-Ziel von zwölf bis 14 Prozent zu erreichen.

Über die Dividende wird im Februar informiert

Das Unternehmen wolle mit dem Jahresergebnis im Februar auch bekanntgeben, wie der Konzern überschüssiges Kapital von drei Milliarden Dollar einsetzen werde - für Zukäufe oder zur Rückzahlung an die Aktionäre. Die hohen Dividendenzahlungen gelten als ein Hauptgrund, warum Anleger zu Zurich-Aktien greifen.

Senn war bei Zurich zuerst Anlagechef und dann sechs Jahre Konzernchef. «Nach zehn sehr intensiven Jahren bei Zurich habe ich in Absprache mit dem Verwaltungsrat entschieden, als CEO zurückzutreten und den Platz für frische Kräfte freizumachen», erklärte er. Der Zürcher Konzern hatte im September wegen der Probleme in der Schadenversicherung die milliardenschwere Übernahme des britischen Rivalen RSA abgeblasen.

«Bilanz» hatte Rücktritt vorausgesagt

Neben hohen Zahlungen für die Explosionskatastrophe im Hafen der chinesischen Grossstadt Tianjin kosteten Schäden im Autohaftpflicht- und Grosskundengeschäft in den USA mehr Geld, als dafür zur Seite gelegt wurde. Zudem hält sich Zurich trotz prall gefüllter Kassen mit Zukäufen zurück. Für diesen Kurs wurde Senn wiederholt von Investoren kritisiert, die fehlendes Wachstum bemängeln.

Das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» hat bereits Anfang November über einen Rücktritt spekuliert. Offenbar wurde die Londoner Headhunter-Firma MWM Consulting damit beauftragt, einen Nachfolger zu finden. Die in der Schweiz bisher eher unbekannte Firma MWM Consulting hat der Credit Suisse bereits Tidjane Thiam angedient.

(mbü/reuters/ise/ama)

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