Die Geldgeber-Troika Zyperns und die Regierung des kleinen Krisenstaates haben beschlossen, die Vorstände der beiden grossen zyprischen Banken, Banc of Cyprus und Laiki Bank zu entlassen. Dies teilte die Sprecherin der Zentralbank, Aliki Stylianou, mit.

Informationen über einen Rücktritt des Chefs der Notenbank, Panikos Demetriades, wurden indes aus offiziellen Quellen nicht bestätigt. Mit der Entlassung der Vorstände der beiden Banken solle ihre Sanierung erleichtert werden, hiess es. Die Zentralbank hatte zuvor eine Insolvenzverwalterin für die Laiki Bank und einen Verwalter für die Bank of Cyprus eingestellt.

Zahlungsverkehr wird kontrolliert

Das zyprische Finanzministerium will derweil mit umfangreichen Einschränkungen des Zahlungsverkehrs den Abfluss von Kapital nach einer Öffnung der Banken verhindern. Ein Entwurf für einen Erlass, der der Nachrichtenagentur dpa vorlag, sieht Grenzen für Auslandsüberweisungen sowie Auflagen für Immobilienverkäufe und die Abwicklung von Exportgeschäften vor.

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Für die Pläne gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. In dem Papier hiess es, die Schritte basierten auf Vorschlägen der Zentralbank Zyperns. Die Zentralbank hatte am Mittag die Chefs der zyprischen Banken einbestellt, um sie über Pläne für die Wiederöffnung der Banken zu informieren. Im einzelnen sollen dem Entwurf zufolge Auslandsüberweisungen und Zahlungen mit Kreditkarten im Ausland pro Person und Bank auf 5000 Euro beschränkt werden.

Zyprer sollen zudem pro Auslandsreise maximal 3000 Euro Bargeld mit sich führen dürfen. Der Entwurf sieht zudem vor, dass Festgeldanlagen nicht vorzeitig gekündigt werden dürfen. Im Ausland studierende Zyprer sollen zur Finanzierung ihres Lebensunterhaltes pro Quartal maximal 10 000 Euro aus der Heimat erhalten können. Exporteinnahmen müssen den Behörden binnen zwei Wochen gemeldet werden. Dies gilt auch für Gewinne, die mit dem Verkauf von Immobilien erzielt werden.

(muv/sda/awp)