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Rücktritt
Pierin Vincenz – Paria des Finanzplatzes

Pierin Vincenz
 Quelle: Keystone

Mit dem Rücktritt von Pierin Vincenz bei Helvetia hat die Finma ihr «Name & Shame»-Ziel bereits erreicht, bevor ihr Verfahren beendet ist.

Kommentar  
Von Sven Millischer
am 18.12.2017

Der Druck wurde zu gross. Pierin Vincenz tritt bei der Helvetia-Versicherung als Präsident ab. Zwar dauert das Aufsichtsverfahren gegen den Ex-Raiffeisen-Chef an. Und es dürfte sich wohl noch über Monate hinziehen. Aber mit Vincenz' Abgang beim Versicherungskonzern zeigt das Finma-Enforcement bereits Wirkung. Schliesslich war das Helvetia-Präsidium das letzte verbliebene Mandat von Pierin Vincenz unter Finanzmarkt-Aufsicht.

Als amtierender Helvetia-Präsident hätte Vincenz - im schlimmsten Fall - ein Verlust der Gewähr für einwandfreie Geschäftstätigkeit gedroht. Diese mögliche Schmach hat der Bündner Banker mit seinem freiwilligen Rücktritt nun abgewendet. Zwar könnte ihm die Enforcement-Truppe unter Finma-Bereichsleiter Patric Eymann noch ein Berufsverbot verpassen, womit Vincenz nie mehr in der Finanzindustrie arbeiten dürfte. Aber seien wir ehrlich: Der Ex-Raiffeisen-Chef befindet sich im Karriereherbst. Diese Höchststrafe wird wohl keine Wirkung mehr entfalten.

Nur schon das Enforcement-Verfahren einzuleiten, hat also gereicht. Die Finma macht einen der einstmals mächtigsten Banker des Landes zum Paria des Schweizer Finanzplatzes.

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