Sell in May and go away, but remember, to come back in September. Wer alte Börsenweisheiten befolgt, der hätte eigentlich schon vor fünf Monaten aussteigen sollen. Denn der genannte Rat sagt ja, es ist besser, im Mai seine Aktien zu verkaufen, um dann im Herbst zurückzukommen. 

Der Spruch geht auf die Erkenntnis zurück, dass die Monate Mai, Juni, August und September statistisch betrachtet relativ bescheiden laufen und oft im Minus landen. 

Deutliche Rückschläge

Sicher denken derzeit viele Anleger an den Sell-in-Mai-Ratschlag. Denn seit September hat der SPI Total Return bereits 1000 Punkte oder rund sechs Prozent an Wert verloren. Der breite Schweizer Aktienmarkt steht mit dieser Negativperformance allerdings nicht allein da. Der Dow Jones hat in den letzten fünf Wochen auch 1500 Punkte oder fünf Prozent eingebüsst. Im Euro Stoxx 50 mit den grössten Blue Chips im Euro-Raum sind es sechs Prozent oder 250 Indexzähler. Der DAX ging mit einem Verlust im von sechs Prozent im Gleichschritt mit nach unten.

Musterdepot leidet

Unser Musterdepot macht da ebenfalls keine Ausnahme. Frische Kursimpulse durch Quartalszahlen liegen noch nicht vor. Die Daten für den Zeitraum Juli bis September werden erst in den nächsten Wochen eintrudeln und die Kurse dann in eine wahrscheinlich wieder positive Richtung ziehen. Immerhin waren die Zahlen im ersten Halbjahr in den meisten Fällen überraschend gut und warum sollte sich der Nach-Corona-Aufschwung jetzt im dritten Quartal nicht fortsetzen? 

Dieser Text beschreibt die jüngsten Entwicklungen im HZ Satelliten-Portfolio der HZ Musterportfolios.

Beste Monate kommen noch

Was also tun? Ist der Ausstieg jetzt Anfang Oktober immer noch die bessere Wahl oder könnten die Märkte schon in Kürze wieder nach oben drehen? Fakt ist: Auf lange Sicht schneiden rein statistisch die Monate Oktober bis Dezember und der April am besten ab. Die Wahrscheinlichkeit auf Kursgewinne in den genannten vier Monaten liegt bei etwa 70 Prozent, der Mai dagegen liefert mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 Prozent Verlust. Auch das erste Quartal mit Januar bis März bringt überdurchschnittlich oft schöne Kursgewinne.

Dabeibleiben oder jetzt nach der Korrektur nachkaufen ist auf jeden Fall statistisch betrachtet die Strategie der ersten Wahl. 

Mobilezone hält sich gut

Relativ stabil hielt sich in den letzten Wochen die Aktie von Mobilezone. Der Wert des Mobilfunkspezialisten blieb seit Anfang September per Saldo unverändert. Eine hohe Dividende von über fünf Prozent, starkes Wachstum und dann aktuell auch noch eine Reihe neuer Smartphone-Geräte bescheren dem Unternehmen aus Rotkreuz schönen Rückenwind. 

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Meyer-Burger und Swiss Steel unter Druck

Unsere beiden spekulativen Turnaround-Wetten Meyer-Burger und Swiss Steel dagegen hatten in den letzten fünf Wochen keinen guten Lauf. Jeweils rund 20 Prozent beträgt der Kursverlust. Aber das ist bei spekulativen Titeln auch nicht ungewöhnlich. Gibt es keine gewichtigen News, dann stehen solche Werte in schwächeren Börsenphasen besonders unter Druck. Denn in Zeiten der Unsicherheit bevorzugen Börsianer und Investoren eben sicherere Anlagen und das sind bestimmt keine Turnaround-Werte. Die Vorlage der Neunmonatszahlen am 10. November könnte Swiss Steel aber wieder aus diesem Kurskeller holen. 

Bei Meyer-Burger vergeht zwar bis zur Vorlage der Jahreszahlen am 10. März noch etwas Zeit. Aber zwischenzeitlich könnte der fast schon normale Spurt im Schlussquartal die Aktie wieder anschieben.

Dabeibleiben dürfte sich lohnen

Egal ob bei den beiden Turnaround-Titeln, den Werten im Musterdepot oder am breiten Aktienmarkt, die Flinte ins Korn werfen und das Portfolio leer räumen ist gerade jetzt, Anfang Oktober und damit dem Start in eine erfahrungsgemäss starke Börsensaison, höchstwahrscheinlich nicht die beste Strategie.