Die Miss Schweiz 2014 ist eine Waadtländerin: Die 21-jährige Medizinstudentin Laetitia Guarino hat am Samstagabend bei der Wahl in Bern ihre 11 Konkurrentinnen mit einem breiten Lächeln hinter sich gelassen. Guarino stammt aus Froideville, will Kinderärztin werden und ist regelmässige Kirchgängerin.

Sie ist seit drei Jahren an den Elektrotechniker Stefano vergeben, den sie über Facebook kennenlernte. Beten tut sie häufig - das letzte Mal, als sie Angst im Flugzeug hatte.

Kandidatinnen glichen sich auf Haar

Die Wahl war für Jury und Fernsehpublikum nicht einfach, denn die 12 Kandidatinnen glichen sich buchstäblich aufs Haar: Alle hatten lange, dunkle Haare, was das Unterscheiden der Schönheiten zur anspruchsvollen Aufgabe machte.

Guarino löst Dominique Rinderknecht (25) ab, die wohl vor allem als «die Kurzhaarige» in Erinnerung bleiben wird.

Die erste Miss mit Lohndeckel

Sie ist die erste Miss Schweiz, deren Einkommen im Missen-Jahr von einem Lohndeckel begrenzt ist: Sie wird nicht wie ihre Vorgängerinnen je nach Popularität bis zu einer halben Million verdienen, sondern von der Miss Schweiz Organisation einen Fixlohn von «nur» 120'000 Franken, also 10'000 pro Monat, erhalten.

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Alles, was sie mit Aufträgen darüber hinaus erwirtschaftet, fliesst in die «Stiftung für das Kinderherz» des Herzchirurgen Thierry Carrel. Diese Wohltätigkeit gehört zum neuen Konzept der Miss Schweiz. Die schönste Frau des Landes soll nicht mehr nur sich selber vermarkten, sondern den Fokus auf karitative Organisationen lenken. Dazu passt denn auch, dass die Organisatoren sie nicht an die Miss Universe Wahl schicken.

«Princess of Switzerland»

Verantwortlich für das neue Konzept ist der Unternehmer Guido Fluri, der die Marke Miss Schweiz kaufte und damit vor dem sicheren Ruin rettete.

Zur neuen Ausrichtung, die er dem Schönheitswettbewerb unter dem Motto «Princess of Switzerland» verordnete, gehörte neben karitativem Engagement auch eine Wahl-Show auf dem Berner Bundesplatz. Sie fand in einem grossen Kuppel-Zelt mit dem Namen «Swiss Dome» statt, das viele Berner als etwas gar gross kritisierten.

Tochter von Mick Jagger in der Jury

Alles sollte in diesem Jahr etwas Glamouröser sein als bisher, echter Glamour statt Cervelat-Prominenz. In der Jury sass denn auch ein echter Prinz, Emanuele Filiberto von Savoyen, und auf der Gästeliste standen weitere Blaublüter wie etwa König Fouad II von Ägypten, Scheich Mohammed El-Khereiji aus Saudi Arabien und Prinz Georgi von Russland.

In der Jury sassen unter anderem Jade Jagger, die Tochter von Rolling Stone Mick Jagger, und Discoqueen Amanda Lear.

(sda/dbe)