Der Abbruch der Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU hat erste Opfer in der Schweizer Wirtschaft gefordert. So konnten mehrere Medizinalfirmen nicht mehr in die EU exportieren, wie «NZZ am Sonntag» und «Sonntagszeitung» berichten.

Ihre in der Schweiz zertifizierten Produkte wie Beatmungsgeräte und Spritzen seien in der EU nicht mehr anerkannt, und EU-Firmen lehnten deshalb aus Angst, gegen EU-Regeln zu verstossen, diese Woche Schweizer Exportgüter ab.

Betroffen ist etwa die Firma MPS-Precimed in Biel: Das Unternehmen stellt mit 45 Angestellten hochpräzise Knochenbohrer und Fräsen für die Implantation künstlicher Gelenke her. Laut CEO Rudolf Eggen sind dem Betrieb über Nacht rund ein Drittel des Geschäfts respektive mehrere Millionen Franken weggebrochen.

Die Schweizer Zertifizierungsstelle SQS ging davon aus, dass ihre Zertifikate in der EU in einer Übergangsfrist bis 2024 gültig bleiben. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) verhandelt zurzeit unter Hochdruck mit Brüssel in der Sache.

(sda | AWP | rap)