Das erste Gleis wurde um 3 Uhr und das zweite um 5 Uhr wiederhergestellt, teilten die SBB auf Twitter mit. Im Fernverkehr würden vier von sechs Zügen pro Stunde und Richtung verkehren.

Am Vortag hatten die SBB mitgeteilt, dass die Züge an der Einsturzstelle nur mit 20 Kilometern pro Stunde fahren würden. Aus diesem Grund bleibe die Kapazität der Strecke Lausanne - Genf eingeschränkt. Auch zwischen Morges und Allaman verkehren weiterhin Ersatzbusse. Das reduzierte Angebot dürfte mindestens bis nächsten Dienstag dauern.

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Rohr zehn Meter unter Gleisen

Der Bahnverkehr war seit Dienstag um 17 Uhr wegen Gleissenkungen unterbrochen. Ersten Analysen zufolge ist die Senkung auf Arbeiten eines Drittunternehmens zurückzuführen, das ein Rohr etwa zehn Meter unter den Bahngleisen verlegt hatte.

Seit der Gleissenkung hatten rund 60 Leute im Schichtbetrieb rund um die Uhr an der Schadensstelle gearbeitet. Um die entstandenen Hohlräume zu füllen und den Boden durch Injektionen zu stabilisieren, haben die Teams vor Ort mehr als 25 Kubikmeter Beton in den Hohlraum unter dem Gleisbett gegossen. Zudem wurden Mikropfähle zur Stabilisierung des Bodens in den Untergrund eingelassen.

Den Bahnreisenden war empfohlen worden, auf nicht unbedingt notwendige Reisen auf der Strecke Lausanne - Genf auch zu verzichten.

Genferseeregion ruft nach neuer Bahnlinie

Angesichts des mehrtägigen Unterbruchs der Bahnstrecke ist in der Genferseeregion der Ruf nach dem Bau einer neuen Bahnlinie laut geworden. Der mehrtägige Unterbruch habe daran erinnert, dass die Mobilität im zweitwichtigsten Wirtschaftszentrum der Schweiz heute zu stark von einer einzigen und fragilen Eisenbahnlinie abhänge, schrieben die Kantonsregierungen der Waadt und Genfs am Donnerstag in einer Mitteilung.

Das sei für Zehntausende Pendlerinnen und Pendler sowie für Logistikdienstleistungen unhaltbar. Im Gegensatz zu Bahnverbindungen zwischen anderen Grossstädten in der Schweiz hätten die SBB keine Möglichkeit, Züge in solchen Fällen auf andere Strecken umzuleiten. Dadurch werde der Grossraum Genf per Bahn vom Rest der Schweiz abgeschnitten. Die beiden Kantone halten daher den Bau einer neuen Bahnlinie bis 2050 für "unabdingbar" und "dringend nötig". In einem ersten Schritt sollen bis 2035 ein zweigleisiger Tunnel zwischen Morges und Allaman sowie ein unterirdischer Bahnhof in Genf realisiert werden.

Das erste Gleis wurde um 03.00 Uhr und das zweite um 05.00 Uhr wieder Instand gesetzt. Seit der Wiederaufnahme des Verkehrs seien keine Probleme festgestellt worden, sagte SBB-Sprecher Jean-Philippe Schmidt am Freitagmittag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage.

Wie von den SBB am Vortag angekündigt, fahren die Züge an der Einsturzstelle in Tolochenaz VD allerdings nur mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde (km/h). Aus diesem Grund bleibt die Kapazität der Strecke Lausanne - Genf eingeschränkt. Im Fernverkehr fahren vlediglich vier Züge pro Stunde und Richtung. Das heisst zwei Regioexpress- und zwei Interregio-Züge, anstelle von sechs wie im Fahrplan vorgesehen.

Die InterCity-Züge, die eine direkte Verbindung zwischen Genf und Lausanne herstellen, werden weiterhin gestrichen. Um mehr Fahrgäste aufnehmen zu können, hätten die SBB die Kapazität einiger Züge zwischen den beiden Städten erhöht, fügte der SBB-Sprecher hinzu.

Zwischen Morges und Allaman verkehrten weiterhin Ersatzbusse. Den Bahnreisenden wurde empfohlen, auf nicht unbedingt notwendige Reisen auf der Strecke Lausanne - Genf zu verzichten.

Normal-Betrieb erst in zwei Wochen

Die Arbeiten zur Stabilisierung der Gleise werden in den nächsten Tagen fortgesetzt. Die SBB wollen am Montag wieder über die aktuelle Lage informieren. Das Bahnunternehmen hofft, dass die Züge am Dienstag wieder mit normaler Geschwindigkeit fahren können. Eine vollständige Rückkehr zum Normal-Betrieb wird jedoch erst in zwei Wochen erwartet.

Der Bahnverkehr war seit Dienstag um 17.00 Uhr wegen Gleissenkungen unterbrochen. Ersten Analysen zufolge ist die Senkung auf Arbeiten des Drittunternehmens Energie 360° zurückzuführen, das ein Rohr etwa zehn Meter unter den Bahngleisen verlegt hatte.

Seit der Gleissenkung hatten rund 60 Leute im Schichtbetrieb rund um die Uhr an der Schadensstelle gearbeitet. Um die entstandenen Hohlräume zu füllen und den Boden durch Injektionen zu stabilisieren, haben die Teams vor Ort mehr als 25 Kubikmeter Beton in den Hohlraum unter dem Gleisbett gegossen. Zudem wurden Mikropfähle zur Stabilisierung des Bodens in den Untergrund eingelassen.

Schuldfrage offen

SBB-Chef Vincent Ducrot, der am Donnerstagnachmittag die Baustelle besucht hatte, wollte sich nicht dazu äussern, ob das Drittunternehmen für den Unfall verantwortlich ist. "War es Pech? Gab es Fehler bei der geologischen Analyse? Wir werden das alles in einem zweiten Schritt feststellen", sagte er.

Ducrot nutzte seine Reise auch, um sich bei den Kunden der SBB zu entschuldigen. Er fügte hinzu, dass das Unternehmen seinen Verpflichtungen zur Erstattung oder Entschädigung von Fahrgästen nachkommen werde.