Lange Zeit war es ruhig um Daniel Graf. Seit seinem Abgang als Head of Product beim Fahrtenvermittler Uber vor eineinhalb Jahren kümmerte sich Graf hauptsächlich um die Familie und um seine rund 20 Investments. Jetzt ist er zurück: als CEO des Start-ups Mindstrong.

Die Firma mit Sitz in Mountain View im Silicon Valley hat 100 Mitarbeiter und konnte bereits 60 Millionen Dollar an Kapital einsammeln – unter anderem ist Amazon-Gründer Jeff Bezos investiert. Graf soll nun das Wachstum ankurbeln. «Mindstrong ist die vielversprechendste Opportunity bezüglich Mission, Technologie und Geschäft, die ich je gesehen habe», sagt der 45-jährige Rheintaler.

Smartphone-Verhalten verrät Krankheit

Das Geschäftsmodell: Mindstrong wendet sich an Menschen mit Schizophrenie, bipolaren Störungen oder Depressionen und erkennt Krankheitsschübe an der Art, wie der Patient das Smartphone bedient – anhand von Tippgeschwindigkeit, Fehlerrate, Präzision von Wischgesten etc. Im Akutfall stellt Mindstrong einen Therapeuten per Videochat zur Verfügung.

Die Kosten für die traditionelle Behandlung dieser Patienten betrugen alleine in den USA letztes Jahr 238 Milliarden Dollar. «Es gibt keine modernen Therapien für diese Menschen in Not», sagt Graf. «Wir sind immer noch in der Sigmund-Freud-Ära. Im heutigen Technologiezeitalter können und müssen wir mehr tun.»

«Ich kann mir momentan schwer vorstellen, in einen traditionellen Tech-Job wie bei Google oder Uber zurückzukehren.»

Daniel Graf

Graf kam 2005 ins Silicon Valley, wo er die Videoplattform Kyte gründete. Danach war er lange Zeit bei Google, unter anderem als Verantwortlicher für den Landkartendienst Maps, sowie ein halbes Jahr als Nummer zwei bei Twitter. «Mindstrong ist sehr speziell. Ich kann mir momentan schwer vorstellen, in einen traditionellen Tech-Job wie bei Google oder Uber zurückzukehren», so Graf.

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