Der Konsum der US-Amerikaner kommt nach dem Corona-Schock zusehends in Schwung. Der private Verbrauch legte im August den vierten Monat in Folge zu - und zwar um nun 1,0 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit 0,8 Prozent gerechnet, nach einem Plus von revidiert 1,5 Prozent im Juli.

Die Konsumenten sind mit ihren Ausgaben die tragende Säule der US-Wirtschaft, die von der Corona-Pandemie hart getroffen wurde. Die US-Notenbank (Fed), die Vollbeschäftigung und überdies stabile Preise fördern soll, achtet auf Preisveränderungen bei den persönlichen Ausgaben der Verbraucher, wobei Energie- und Nahrungsmittelkosten ausgeklammert werden.

Diese Teuerungsrate legte im August auf 1,6 von 1,4 Prozent im Vormonat zu. «Ungeachtet des deutlicher als erwartet gestiegenen Preisdrucks ist die Teuerung insgesamt noch immer als mässig einzustufen», kommentierte Ökonom Ralf Umlauf von der Helaba. Insofern bestehe kein Zweifel an einer fortgesetzten ultralockeren Fed-Politik, zumal diese ein Überschiessen der Inflation vorübergehend tolerieren werde. Die Notenbank hat jüngst einen Strategieschwenk vollzogen, der ihr mehr Spielraum beim Ansteuern ihres mittelfristigen Inflationsziels von zwei Prozent verschafft.

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Hiobsbotschaften von Disney und Airlines

Am US-Arbeitsmarkt zeichnet sich derweil noch keine grundlegender Aufschwung nach der Corona-Rezession ab. Insgesamt stellten vorige Woche 837'000 Amerikaner einen Erstantrag auf staatliche Arbeitslosenhilfe, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 850'000 gerechnet, nachdem es in der Woche zuvor noch 873'000 waren. Die Zahl der Anträge auf staatliche Stütze bleibt trotz des Rückgangs etwa viermal so hoch wie zu Jahresbeginn - vor Ausbruch der Corona-Krise.

In der laufenden Woche gab es mehrere Hiobsbotschaften vom Arbeitsmarkt: Der Unterhaltungskonzern Disney will etwa 28'000 Stellen streichen, vorwiegend in den US-Themenparks. Der landesweit grösste Ölverarbeiter Marathon Petroleum will sich von zwölf Prozent der Belegschaft trennen, der Chemiekonzern Dow sechs Prozent seiner Stellen kürzen. Wegen der Unsicherheit über weitere staatliche Corona-Hilfen wollen die beiden US-Fluggesellschaften American Airlines und United Airlines 32'000 ihrer Mitarbeiter in den Zwangsurlaub schicken.