Der weltweit führende Lastwagen-Hersteller soll nun noch in diesem Jahr abgespalten werden. Die Erstnotiz sei für Dezember geplant, sagte Finanzchef Harald Wilhelm auf der ausserordentlichen Hauptversammlung. Daimler-Truck-Chef Martin Daum sagte, als eigenständiges Unternehmen könne Daimler Truck seine Zukunft optimal gestalten.

Zwei Dax-Unternehmen

Vom Frühjahr an dürften dann zwei Unternehmen mit dem Stern Teil des deutschen Leitindex Dax sein. Die Daimler Truck AG, die noch in diesem Jahr separat an der Börse notiert sein soll, werde voraussichtlich im ersten Quartal 2022 in den auf 40 Mitglieder erweiterten Index aufgenommen. Auch die Daimler AG, die im Februar 2022 in Mercedes-Benz Group AG umbenannt werden soll, werde wohl im Dax bleiben.

Daum hat seinem Unternehmen Renditeziele abhängig von den Marktbedingungen verordnet, die zwischen sechs und mehr als zehn Prozent liegen. Im ersten Halbjahr hatte der weltweit führende Lkw-Hersteller zehn Prozent Rendite geschafft - hinkt damit aber rund zwei Prozentpunkte hinter Konkurrenten wie Scania und Volvo her. Eine erste Dividendenzahlung kündigte Daum für 2023 an.

65 Prozent an Aktionäre

Daimler will 65 Prozent der Daimler-Truck-Papiere an seine eigenen Aktionäre verteilen, fünf Prozent gehen an den Pensionsfonds des Konzerns. Die Aktionäre erhalten für je zwei Daimler-Aktien einen zusätzlichen Anteilsschein der Daimler Truck Holding AG.

Von der Aufspaltung erwartet sich Daimler eine höhere Bewertung an der Börse. Denn Konglomerate, die alles unter einem Dach vereinen, gelten bei Anlegern als schwerfällig und unflexibel. Unternehmen mit fokussiertem Geschäftsmodell sind gefragter, vor allem vor dem Hintergrund der Umwälzungen in der Automobilbranche auf dem Weg in die Elektromobilität.

Auf der Uraniastrasse hatten die Klima-Aktivisten kurz nach Mittag eine Holzkonstruktion aufgestellt. Zwei Demonstrantinnen ketteten sich in ein paar Metern Höhe an dieses Gerüst. Sie mussten von spezialisierten Höhenrettern von Schutz & Rettung Zürich vorsichtig heruntergeholt werden, was bis halb drei Uhr dauerte.

Die gleichzeitig erfolgte Blockade der Rudolf-Brun-Brücke in unmittelbarer Nähe war dagegen rasch beendet: Die Stadtpolizei trug die Aktivisten, die sich auf die Brücke gesetzt oder gelegt hatten, einzeln weg. Da deutlich weniger Aktivistinnen und Aktivisten vor Ort waren als am Montag, als die Strassen bis 17 Uhr gesperrt blieben, konnte die Brücke vor 14 Uhr wieder frei gegeben werden.

Während ihrer Blockade skandierten die Teilnehmenden unter anderem: "Klima schützen ist kein Verbrechen." Die Polizei schrieb auf Twitter demgegenüber von einer "unbewilligten Veranstaltung" und nahm Personenkontrollen, Wegweisungen und Verzeigungen vor. 15 Personen wurden für weitere Abklärungen auf eine Polizeiwache gebracht.

Täglich Blockaden angekündigt

Bereits am Montagmittag hatten sich Mitglieder von "Extinction Rebellion" auf die Uraniastrasse gesetzt. Sie wollen mit dem Lahmlegen des Verkehrs den Bundesrat dazu bringen, die Klimakrise anzuerkennen und sofort Massnahmen zu ergreifen.

Die Stadtpolizei nahm am Montag 134 Personen - je 67 Frauen und Männer - fest. 43 befinden sich noch in Haft; sie wurden der Staatsanwaltschaft übergeben. Die übrigen wurden mit einer Wegweisung für 24 Stunden belegt und aus der Polizeihaft entlassen.

Von den 43 Verhafteten, die sich wohl auf ein Strafverfahren wegen Nötigung gefasst machen müssen, sind 85 Prozent aus der Westschweiz. Abgesehen von wenigen Ausnahmen sind alle Schweizerinnen und Schweizer. 60 Prozent sind Männer, 40 Prozent sind Frauen.

Die Gruppe "Extinction Rebellion" hatte ihre Aktionen im Vorfeld angekündigt und erklärt, diese während mehrerer Tage jeweils um 12 Uhr durchführen zu wollen.