Kleinanleger dürften nicht benachteiligt werden, erklärte Gensler am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Branchenkonferenz. Im Zentrum von Genslers Reformplänen steht das umstrittene Geschäftsmodell einiger Online-Broker, Aufträge ihrer Nutzer gegen Geld an grosse Wall-Street-Handelshäuser wie Citadel oder Virtu zu vermitteln.

Dadurch können Broker wie Robinhood ihre Services günstig anbieten. Ob Kunden dabei die besten Kurse erhalten, steht aber auf einem anderen Blatt. Gensler will das System reformieren.

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Damit Kleinaktionäre nicht schlechter als institutionelle Grossinvestoren gestellt und Interessenkonflikte vermieden werden, erwägt der SEC-Chef unter anderem ein Auktionsmodell. Dabei sollen grosse Handelshäuser direkt um Aufträge von kleineren Privatanlegern konkurrieren, damit diese garantiert zum besten Preis ausgeführt werden. Eine solche Regeländerung wäre eine tiefgreifende Finanzmarktreform, die Online-Broker in Bedrängnis bringen könnte.

Entsprechend defensiv äusserte sich Robinhoods Rechtsvorstand Dan Gallagher bei der Konferenz zu Genslers Plänen. Das kommissionsfreie Modell von Robinhood habe Investoren Milliarden gespart und vielen Kleinanlegern den Aktienmarkt erschlossen.

Hintergrund der Diskussion sind unter anderem Konflikte bei "Meme Stocks" genannten Aktien wie der des US-Videospielhändlers Gamestop Anfang 2021. Damals schränkte Robinhood den Handel ein, nachdem sich einige Hedgefonds verzockt hatten. Dadurch entstand der Verdacht von Mauscheleien.