Ein Fest zur Einweihung des neuen Kantonsbahnhofs gab es wegen der Coronapandemie zwar nicht. Ein Tag vor dem Fahrplanwechsel, der Altdorf in neue ÖV-Sphären katapultiert, machten aber Ducrot als höchster Eisenbahner der Schweiz und Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr, ihre Aufwartung in Uri.

Altdorf habe nun einen Bahnhof von nationaler Bedeutung, sagte Füglistaler zum vollendeten Bauwerk. Es sei auch ein Dankeschön an den Kanton für die Mitarbeit beim Jahrhundertprojekt der neuen Alpentransversale (Neat) mit dem Gotthard-Basistunnel.

Auch interessant

Von dieser Verbindung wollte auch der Kanton Uri profitieren. Damit die schnellen Intercity-Züge aber überhaupt in Altdorf halten können, mussten die SBB den Bahnhof umbauen. 50 Millionen Franken investierten sie in neue Gleisanlagen. Ducrot sagte, trotz Corona habe man das Projekt im Budget und zeitgerecht fertiggestellt.

In einer halben Stunde im Tessin

Der einstige Ortsbahnhof wurde dazu während 1,5 Jahren komplett gesperrt, das zeigt, wie gross der bauliche Eingriff war. Allerdings hielt bislang in Altdorf bloss die S-Bahn zweimal pro Stunde. Ab Sonntag gehen beim neuen Kantonsbahnhof 90 Mal pro Tag die Zugtüren auf und zu.

So halten etwa die IC-Züge alle zwei Stunden. Von Altdorf sind Reisende damit in 34 Minuten in Bellinzona, 50 Minuten dauert es bis Lugano. Zu den 18 IC-Halten kommen Interregio-Halte dazu.

Für Uri sind aber auch die zwei neuen Bus-Höfe wichtig, die Teil des Projektes sind. Sie machen den Bahnhof mit den 260 täglich Busverbindungen erst zur ÖV-Drehscheibe. Finanziert hat sie der Kanton, der insgesamt 11 Millionen Franken investierte. Die Gemeinde Altdorf bezahlte weitere 3 Millionen Franken für die Personenunterführung.

Der Kantonsbahnhof mache den Urner Talboden für Investoren und Firmen attraktiver, sagte der Urner Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind (CVP). Auch für Pendlerinnen und Pendler werde Uri interessanter, was sich positiv auf die Verfügbarkeit von Fachkräften auswirken dürfte.

Teil des Projekts ist auch eine Park+Ride-Anlage und ein neues Dienstleistungsgebäude, das die Urner Kantonalbank realisiert hat. Sie verlegt im nächsten Frühling ihren Hauptsitz zum Kantonsbahnhof.