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Durchbruch in den USA

Der Markt dürfte in diesem Jahr zwischen 8 und 12% schrumpfen. Bei der weltweit grössten Ausschreibung setzte sich Alcatel-Lucent - in Konsortien mit anderen Anbietern wie Ericsson und Nokia Siemens
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Der globale Telecom-Ausrüstungs- und Servicemarkt dürfte dieses Jahr zwischen 8 und 12% schrumpfen, sagte ein Vertreter von Alcatel-Lucent kürzlich am Technologie- und IT-Tag ihres Unternehmens in Paris. Halbwegs stabil soll sich der Markt in Europa und den USA entwickeln und für China erwartet man weiteres Wachstum. Schlecht sieht es jedoch in einigen aufstrebenden Ländern wie Russland oder Südkorea aus, die neben dem Konjunktureinbruch auch von ungünstigen Währungsverhältnissen betroffen sind. Das Enterprise- und Carriergeschäft (Firmen- und Telecom-Netzwerkanbieterkunden) dürfte in diesem Jahr zurück gehen, wobei sich das Firmennetzwerkgeschäft möglicherweise etwas weniger stark abschwächen wird. Wachstumsbereiche im Carriergeschäft sind W-CDMA (3G-Handynetzwerke und ihre Weiterentwicklungen), IMS (IP-Multi-Media-System) und IP-Routing.



Und der Gewinner ist ... Alcatel-Lucent



Den ganz grossen Deal des Jahres konnte ebenfalls Alcatel-Lucent melden. Zusammen mit Ericsson wird man das nächste Netzwerk «LTE» («Long-term-evolution») für den grossen US-Netzbetreiber Verizon bauen. Der kommerzielle Start soll 2010 erfolgen, erste Feldversuche dürften in diesem Sommer stattfinden. Bei Demonstrationen in einigen US- und europäischen Städten liess sich eine Download-Geschwindigkeit zwischen 50 und 60 Mbps erzielen, ein Vielfaches der Rate, welche heute moderne HSDPA-3G-Netze erreichen.



Alcatel-Lucent hatte diese Ausschreibung alleine gewonnen, nicht in Zusammenarbeit mit dem Joint-Venture-Partner NEC. Im Radio-Teil des Netzes ist Ericsson mit beteiligt, im Core-Netzwerk sind Ericsson und Starent die Partner und im IMS ist Nokia Siemens der Partner. Der Verizon-Auftrag ist für Alcatel sehr wichtig, denn das Unternehmen kann so demonstrieren, technologisch auf der Höhe der Zeit zu sein. Neben Verizon haben sich erst NTT DoCoMo in Japan und Teliasonera in Skandinavien für LTE-Netze entschieden. Für Alcatel-Lucent besteht so auch die Chance, den 42%-Marktanteil bei der CDMA-Technologie, die vor allem in den USA verwendet wird, in das 4G-Zeitalter hinüberzuretten.

Einen weiteren Grossauftrag konnte Alcatel-Lucent zudem am 24. März melden. Der chinesische Netzbetreiber China Unicom bestellt die Ausrüstung für die Abdeckung in 14 Provinzen. Hier dürfte die Marge allenfalls mager gewesen sein, wie die Analysten von RBS in einer ersten Reaktion bemerken.

Alcatel war vor der Fusion mit Lucent im 2G-Markt gerade in aufstrebenden Ländern sehr erfolgreich gewesen, hatte aber im 3G-Markt abgesehen von einigen Achtungserfolgen längst nicht so gut abgeschnitten wie die Konkurrenten Ericsson und Nokia Siemens Network. Gemäss den Markforschern von Dell’Oro hielt Ericsson 2008 einen Marktanteil von 32%, gefolgt von Nokia Siemens Network (23%) und Alcatel-Lucent (14%).  Huawei holte auf (12%), Nortel und Motorola stehen stark unter Druck (6 bzw. 4% Marktanteil).
 

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