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Wirtschaft in leicht lesbarer Form

Die «Handelszeitung» zeichnet in Zusammenarbeit mit getAbstract zum ersten Mal Businessbücher aus, denen es gelungen ist, Wirtschaftsthemen auch für ein breiteres Publikum attraktiv darzustellen.
von am

WIRTSCHAFTSBUCHPREIS 2007. Wirtschaftsliteratur ist unverständlich? Und nur für omnipotente Koryphäen evident, die in der fachspezifischen Terminologie versiert sind? Falsch! Dass es einzelnen Autorinnen und Autoren durchaus gelingt, Fachwissen auch einem breiteren Publikum nicht nur verständlich, sondern teilweise sogar unterhaltsam darzubieten, zeigt der dieses Jahr zum ersten Mal verliehene «Handelszeitung»-Wirtschaftsbuchpreis.

In Zusammenarbeit mit getAbstract, dem führenden Anbieter von Buchzusammenfassungen, sind je drei Bücher aus der Schweiz, aus Deutschland und aus dem angelsächsischen Sprachraum ausgewählt worden, die nach den Kriterien Verständlichkeit, Anwendbarkeit, Neuigkeitswert und Stil in der Flut der Wirtschaftsliteratur obenauf schwimmen.

Gemeinsam sind wir stark

Das (Büro-)Leben etwas lebenswerter zu machen, hat sich die Autorenschaft des ersten Preisträgers aus der Schweiz zur Aufgabe gemacht. «Einfach die Welt verändern im Job» ist eigentlich gar kein Wirtschaftsbuch, sondern eine Art Lebens- und Überlebensgebrauchsanweisung auf mageren 55 Seiten. Aber die haben es in sich: Falls jeder und jede umsetzt, was er und sie auf diesen paar Seiten lernt, dann wird nicht nur das eigene Leben, sondern auch das Leben aller entscheidend verbessert. «We Are What We Do» ist eine Bewegung, die 2004 gegründet wurde und der inzwischen zahlreiche Menschen rund um die Welt angehören, alle mit demselben Ziel, nämlich durch tägliche, einfache Handlungen, die aber von sehr vielen Menschen durchgeführt werden, grosse Veränderungen zu bewirken.In eine ähnliche Richtung zielen Anja Förster und Peter Kreuz: «Alles, ausser gewöhnlich» ist eines dieser Bücher, bei denen man schon nach den ersten Seiten sofort loslegen möchte mit dem Ideenfinden fürs eigene Unternehmen und fürs eigene Leben. Wie viel Potenzial in Menschen steckt, die endlich mal quer und nicht immer brav nach vorne denken, macht einem die Lektüre ganz klar. Das betrifft Manager und Mitarbeiter in gleicher Weise: Jeder und jede kann an seinem Platz das Aussergewöhnliche erreichen – vorausgesetzt, er wacht endlich auf.Das gleiche populäre Thema aufgegriffen haben gleich zwei der ausgezeichneten Werke: «Wie entscheiden Sie?» von Ulrich Zwygart und «Bauchentscheidungen» von Gerd Gigerenzer befassen sich mit der immer wieder entscheidenden Frage, wie man zu einer guten Entscheidung gelangt, gehen das Thema aber völlig unterschiedlich an.Was Sie schon immer über die Wirtschaftsforschung und ihre Methoden wissen wollten, finden Sie in «Ökonomie 2.0». Und das ganz ohne trockene Didaktik: Nach der Lektüre wissen Sie, wie Ökonomen gestrickt sind und auf welche Weise ihre Studienergebnisse zustande kommen. Das hervorragend geschriebene Buch ist ein Muss für alle an Wirtschaft Interessierten – vor allem aber auch für jene, die bislang mit Ökonomie nur wenig anfangen konnten.

Philosophische Qualitäten

Mehr mit dem Für als mit dem Wider des neuen PR- und Marketinginstruments «Corporate Blogs», dem firmeneigenen Internettagebuch, befasst sich Klaus Eck. Und in «Green to Gold» wird detailliert dargelegt, wieso Firmen gar nicht anders können, als ökologisch zu werden, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen. Die nur in Englisch erhältlichen Bücher haben mehr philosophische Qualitäten und sind weniger der reinen Lebenshilfe zuzurechnen. Nassim Nicholas Talebs «The Black Swan» beschäftigt sich mit nicht voraussagbaren, aber hochgradig gefährlichen Einzelereignissen, die sämtliche Prognosen über den Haufen werfen können, falls sie eintreten, und mit der Frage, wieso die meisten Voraussagen pseudowissenschaftlich sind.«The Halo Effect» von Phil Rosenzweig widmet sich auf höchst intelligente Art der Frage, wieso gewisse Menschen und Firmen gerne durch die rosarote Brille gesehen werden, auch wenn sämtliche Fakten dagegen sprechen. Mit anderen Worten: Die vielgelobte «Exzellenz» ist oft nur angedichtet.

We Are What We Do:

Anja Förster, Peter Kreuz:

Nassim Nicholas Taleb:

Phil Rosenzweig:

Klaus Eck:

Norbert Häring, Olaf Storbeck:

Ulrich Zwygart:

Gerd Gigerenzer:

Daniel C. Esty, Andrew S. Winston:

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