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Wandel beim Einsatz von Wagniskapital

Mit geringerem Einsatz und weniger Einfluss können Geldgeber mehr verdienen. Es gilt, an kleine Firmen mit grossen, innovativen Ideenzu glauben.
von am

Vor drei Jahren steckte Peter Thiel, Chef der kleinen Wagniskapitalfirma Founders Fund, 500 000 Dollar in eine kleine, unbekannte Website namens Facebook. Ein kluger Schachzug: Der Papierwert dieser Einlage hat sich um mehr als das 50-Fache erhöht. Thiel, früher CEO von PayPal, erregt mit seiner völlig anderen Anlagestrategie Aufsehen in Silicon Valley. Er investiert vergleichsweise bescheidene Summen, oft nur ein paar hunderttausend Dollar, und kauft damit häufig nur 5 bis 10% der Anteile. Er konzentriert sich dabei auf Unternehmer, die er und seine Partner (darunter Ken Howery und Luke Nosek, die mit ihm zusammen PayPal gegründet haben) oft auch persönlich kennen. Und er hält sich weitgehend aus dem Firmenmanagement heraus.

Neue Art des Investierens

«Die Wagniskapitalwelt muss aufgerüttelt werden», glaubt der 40-Jährige. Angesichts fallender Start-up-Kosten für Internetfirmen entsteht tatsächlich allmählich ein neuer Typus von Wagniskapitalgebern. Traditionell wollen diese grössere Summen – mehrere Mio Dollar – für grosse Anteile an Start-ups ausgeben und damit die Firma auch kontrollieren, manche verlangen auch garantierte Gewinne, wenn die Unternehmen verkauft werden. Für Thiel, der auch den Hedge-Fonds Clarium Capital leitet, sind gute Kontakte zur Firmenleitung wesentlich wichtiger. Und in Silicon Valley, wo es sich Start-ups leisten können, bei der Auswahl ihrer Geldgeber wählerisch zu sein, suchen viele diejenigen aus, die weniger Einfluss beanspruchen.

Thiel entwickelt bei seinen Investments eine spezielle Aktienart, die die Start-up-Gründer während des Aufbaus ihrer Firma verkaufen können – noch bevor andere Investoren einen Gewinn sehen. Thiel denkt, auf diese Weise bauen Gründer ihr Unternehmen mit mehr Motivation weiter aus. «Bei frühzeitigen Investitionen geht es immer darum, günstig reinzukommen», so Sean Parker von Founders. Jüngste Bestätigung: Der Verkauf der Founders-Beteiligung an IronPort Systems an Cisco brachte 830 Mio Dollar.

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