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Digitale Währung

Mehr Kontrolle für Bitcoin gefordert

UBS-Präsident Axel Weber: Regulatoren sollten Bitcoin unter die Lupe nehmen. Quelle: Keystone
Bitcoin knackte erstmals 20.000-Dollar-Marke, die Unsicherheit über einen Crash steigt. UBS-Präsident Axel Weber sieht Regulatoren gefordert.
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Der Präsident der grössten Schweizer Bank UBS, Axel Weber, fordert schärfere Kontrollen für die Kryptowährung Bitcoin. «Sobald Kleinanleger investieren, sind die Regulatoren gefordert.» Eine Auseinandersetzung der Regulatoren mit den Kryptowährungen würde er sehr begrüssen, sagt er in einem Interview mit der NZZ am Sonntag.

In dieser Woche hatte der Bitcoin erstmals die Marke von 20.000 Dollar geknackt. Vor vier Jahren waren es noch 10 Dollar. Kritiker warnen unentwegt vor einer Blase, die zu platzen droht und sogar systemische Auswirkungen haben könnte. Das könnte die grössten Finanzplätze der Welt zum Totalabsturz bringen und vertrauensselige Kleinanleger arm machen. Derzeit dürfte das Volumen der gehandelten Kryptowährungen dafür aber noch zu klein sein.

«Nicht werthaltig, nicht nachhaltig»

Die UBS empfiehlt ihren Kunden bewusst nicht, in Bitcoin-Anlagen zu investieren. Weil, so die Worte Webers, «wir dieses Produkt als nicht werthaltig und nicht nachhaltig einschätzen». Mehr Initiative der Regulatoren würde helfen, «die unkontrollierten Preissteigerungen in geordnete Bahnen zu lenken», so Weber weiter.

Tatsächlich werden Kryptowährungen von der Schweizer Finanzmarktaufsicht noch weitgehend ignoriert. Die Nutzung von Bitcoins als Zahlungsmittel wird staatlich nicht kontrolliert. Wer mit Bitcoins Geschäfte betreiben will, muss selbst prüfen, ob er allfällige finanzmarktrechtliche Bewilligungspflichten einhält. Beim berufsmässigen Handel mit Bitcoins sieht das anders aus. Dann gilt sehr wohl das Geldwäschereigesetz. Gleiches gilt für den Betrieb von Handelsplattformen, die Gelder oder Bitcoins von Nutzern der Plattform an andere Nutzer weiterleiten.

Hierzu heisst es von der Finanzmarktaufsicht: «Anbieter solcher Handelstätigkeiten müssen sich vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit entweder einer Selbstregulierungsorganisation anschliessen oder eine Bewilligung beantragen.» Wobei Gewisse Handelstätigkeiten mit Bitcoins eine Bankenbewilligung erfordern. Und zwar dann, wenn im Rahmen der Geschäftstätigkeit «gewerbsmässig Geld von Kunden auf eigenen Konten entgegengenommen wird».

Dasselbe gilt für Anbieter, die von Kunden Bitcoins annehmen und für Kunden Bitcoin-Guthaben führen. Die Krux dabei: Nur wenn die Finma konkrete Hinweise erhält, dass eine Tätigkeit im Zusammenhang mit Bitcoins ohne die nötige Bewilligung ausgeübt wird, wird sie tätig – und nicht von sich aus.

Grosses Potenzial: die Blockchain

Der Aufruf Webers richtet sich aber nicht nur an die Aufsichtsbehörden. Bereits Mitte November warnte er die Notenbanken, das Risiko, das in Kryptowährungen steckt, ernst zu nehmen. Der UBS-Präsident betonte damals, dass der Bitcoin keines der wichtigen Kriterien für eine Währung erfüllen würde. «Die wichtigste Funktion einer Währung ist diejenige als Zahlungsmittel», sagte Weber laut Reuters. «Dafür muss sie aber breit akzeptiert sein.» Das sei bei Bitcoin nicht der Fall.

Der UBS-Präsident warnte davor, über den Problemen und Risiken von Kryptowährungen das Phänomen an sich zu unterschätzen. Er sorge sich darum, dass der öffentliche Sektor in Sachen Zahlungsmitteln den Anschluss verliere. Würden Zentralbanken digitale Währungen als Gelegenheit betrachten, könnten sie der Bevölkerung günstigere und sinnvollere digitale Zahlungsmethoden anbieten. Sowie Weber zwar vor den Risiken von Bitcoin&Co seit längerem warnt, sieht er hingegen «grosses Potenzial für die zugrunde liegende Technologie – die Blockchain».