Zuversicht im Strukturwandel

EY Bankenbarometer zeigt Zuversicht
EY Bankenbarometer
Das EY-Bankenbarometer misst die Stimmung bei den Schweizer Banken.
Schweizer Banken wollen 2018 den strategischen Fokus wieder vermehrt auf Innovation und Wachstum legen. Als wichtigstes Fokusthema im aktuellen EY Bankenbarometer nennen die Finanzinstitute aber die Cybersecurity, die durch die zunehmende Digitalisierung des Bankgeschäfts immer verwundbarer wird.
by
René Maier
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Eine grosse Mehrheit der Schweizer Banken blickt zuversichtlich in die nähere Zukunft. 82 Prozent der von EY im Bankenbarometer befragten Banken erwarten steigende operative Ergebnisse für das anstehende Jahr. Im Vorjahr waren es noch 68 Prozent gewesen. Zehn Jahre nach der Finanzkrise und den damit einhergehenden Schwierigkeiten und Unsicherheiten, die viele Banken zur Aufgabe gezwungen haben, ist das der höchste Wert seit mehreren Jahren. «Viele Banken haben in den letzten anspruchsvollen Jahren eine relativ hohe Widerstandsfähigkeit an den Tag gelegt und daraus ein neues Selbstbewusstsein entwickelt», sagt Patrick Schwaller, Managing Partner, Audit Finance Services, bei EY. Zudem erwarte ein Grossteil der Institute, dass es zu Verbesserungen bei den ökonomischen und regulatorischen Rahmenbedingungen kommen werde.

Nach der unliebsamen und oft kritisierten Regulierungswelle im Nachgang der Finanzkrise sind die Banken klar der Meinung, dass die regulatorische Agenda ihre gewünschte Wirkung entfaltet habe. 87 Prozent beurteilen den Finanzmarkt heute als stabiler denn vor der Finanzkrise und 37 Prozent (Vorjahr 11 Prozent) erwarten keine weitere Zunahme der Regulierung. Jetzt scheint der Weg frei für eine Neupositionierung der generellen Fokusthemen. 43 Prozent (Vorjahr 27 Prozent) der befragten Institute wollen für das laufende Jahr den strategischen Fokus wieder vermehrt auf Innovation und Wachstum legen. Neben Investitionen in neue Vertriebskanäle sowie neue Technologien stehen dabei vermehrt auch Partnerschaften mit Nicht-Banken wie etwa FinTech-Unternehmen im Vordergrund.

Obwohl 86 Prozent der befragten Finanzinstitute die Negativzinsen als problematisch beurteilen und negative Folgen erkennen, nimmt die Attraktivität des Kreditgeschäfts weiter zu. Nur noch ein Viertel gibt an, für das laufende Jahr eine restriktivere Kreditpolitik zu verfolgen, vor vier Jahren waren es noch 60 Prozent gewesen.

Potenzial der Digitalisierung erkannt

Ein wesentlich stärkeres Augenmerk als im Vorjahr legen die Banken in der aktuellen Studie auf das Potenzial der Digitalisierung. 53 Prozent (Vorjahr 26 Prozent) rechnen damit, dass die technologische Entwicklung eine fundamentale Auswirkung auf Strategien, Geschäftsmodelle und Geschäftsprozesse haben wird und investieren in den Aufbau von digitalen Thinktanks bzw. Innovations-Hubs, in welchen neue Lösungen getestet und weiterentwickelt werden. Und 75 Prozent der Befragten beabsichtigen, in Zukunft auch Roboter beziehungsweise virtuelle Assistenten einzusetzen.  

Als wichtigstes Fokusthema im aktuellen EY Bankenbarometer nennen die Banken aber die Cybersecurity. Mit der Zunahme der Digitalisierung des Bankgeschäfts und gerade auch durch das Mobile Banking sind die Institute bei der IT-Sicherheit verwundbarer geworden. Das professionelle und sichere Handling von Daten sei somit zentral, wie EY ausführt.