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Kryptowährungen

ETH-Studie: Bitcoin soll um 35 Prozent an Wert verlieren

Ende des Jahres sollte der Marktwert von Bitcoin bei 77 Milliarden Dollar liegen. Quelle: Keystone
Ende 2017 platzte die Bitcoin-Blase. Laut einer ETH-Studie soll der Wert um weitere 35 Prozent schrumpfen.
von am

Der Bitcoin ist massiv überbewertet. Eine Studie der ETH Zürich zeigt nun, dass die Marktkapitalisierung eigentlich 35 Prozent tiefer sein sollte. Derzeit liegt sie bei 120 Milliarden Dollar. Ende des Jahres sollte der Marktwert laut Studie bei 77 Milliarden Dollar liegen. Stimmt das, dürfte der Bitcoin-Kurs in den nächsten Monaten stark nachgeben.

Dass der wirkliche Wert des Bitcoins derart tiefer ist als zurzeit, haben die beiden Forscher Didier Sornette und Spencer Wheatley anhand des Metcalfschen Gesetzes berechnet. Dieses besagt: Der Wert eines Netzwerks ist proportional zu den möglichen Verbindungen unter den Teilnehmern. Wer mehr zu den Berechnungen wissen möchte, kann hier die 20-seitige Studie lesen. Oder hier den kürzlich veröffentlichte Bericht des «MIT Technical Reviews».

Deshalb platzte die Bitcoin-Blase

Die Studie zeigt auch, weshalb es überhaupt zum Bitcoin-Crash kommen musste. Zwar stieg erst der Wert aufgrund des Herdenverhaltens. Weil aber nicht immer mehr Menschen nachkamen und ebenfalls in Bitcoins investierten, war der Hype nicht nachhaltig und der Absturz unvermeidlich.

So vervielfachte sich vergangenes Jahr erst der Bitcoin-Wert um mehr als 13 mal – und fiel dann 2018 in den ersten Monaten um 50 Prozent. Der Kurs jagte vor Weihnachten hoch auf 20’000 Dollar, brach dann ein und pendelt derzeit bei 7000 Dollar.

Die Korrektur dürfte sich laut den Forschern fortsetzen. In ihrer Untersuchung haben sie insgesamt vier Bitcoin-Blasen ausgemacht, die geplatzt sind und einem mathematischen Modell zur Analyse spekulativer Blasen entsprechen.

Absturz sei vorhersehbar gewesen

Der erste grosse Absturz ereignete sich 2011. Damals wurde die bekannte Bitcoin-Börse Mt. Gox gehackt. Darauf sackte der Kurs innert drei Monaten um 88 Prozent zusammen. 2012 kam es zu einem Absturz, weil eine Betrugsmasche bekannt wurde, 2013 weil das Handelsvolumen die Börse Mt. Gox zum Einsturz brachte und der Wert innert zwei Tagen um 50 Prozent schrumpfte. Jüngst Platzte Ende 2017 die Blase, nachdem die südkoreanische Regulierungsbehörden damit gedroht hatten, die Krypto-Börsen zu schliessen.

Laut Sornette sei der Zeitpunkt dieses Absturzes vorhersehbar gewesen. Denn die unhaltbaren Wachstumsraten führten zu einer enormen Volatilität. Dadurch wurde der Markt immer instabiler, so dass fast jede kleine Störung einen Crash auslösen konnte.

Die Situation lässt sich mit einem Waldbrand vergleichen: Ist der Wald trocken genug, um zu brennen, kann fast jeder Funke einen Brand auslösen.